Eindrücklicher Saisonauftakt

Haben Sie schon mal die Regenwurmdichte in Ihrem Garten und ein Bodenprofil aufgenommen?

Wir auch nicht.

Aber wir sind beeindruckt von dem, was Sepp und Irene Braun auf ihrem ökologisch bewirtschafteten Hof tun, um die Bodengesundheit zu erhalten und zu verbessern. Zum Wohle der Regenwürmer. Aber damit natürlich auch zum Wohle von Vieh, Ackerfrucht, Ertragsleistung und, letztlich, des Menschen.

Wir werden uns das eine oder andere, das man auch im Kleinen umsetzen kann, ganz sicher abgucken. Wir hoffen, das tun Sie auch.

Danke an alle, die uns geholfen haben, unseren Veranstaltungsauftakt der Saison zu einem derart gelungenen Abend werden zu lassen. Wir haben die Gespräche vor und nach dem Film sehr genossen und freuen uns, daß so viele unterschiedliche Aspekte des Gezeigten offenbar tiefen Eindruck und Anregungen zum Weiterdenken hinterlassen haben.

(Quelle des Titelbildes dieses Blogposts: www.denkmal.film/uploads/images/catalog_scr/der-bauer-mit-den-regenwuermern_src_4.jpg; Copyright: DenkmalFilm)

Reich beschenkt

Ist schon lange her, daß wir hier was gepostet haben.
Grund: Mit Erde unter den Fingernägeln tippt es sich schlecht auf der Computertastur.

Und wenn wir Bürgergärtner*innen uns entscheiden müssen zwischen Schreibtischarbeit im Zimmer oder Gartentätigkeit, dann zögern wir nicht lange und rennen in den Garten.

Denn es gibt auch sehr viel zu tun, selbst wenn erst die ersten zaghaften Keimlinge sprießen. Wir haben knapp 8 Tonnen Pflanzerde aufgebraucht, die wir in 2018 besorgt hatten. Damit sind die Beete zwar alle perfekt vorbereitet, aber unsere Kartoffelkisten müssen nach und nach raus und befüllt werden (die ersten vier Alten Sorten haben wir sogar schon gesetzt). Dafür haben wir noch 2 Tonnen Pflanzerde angekarrt – die auch schon wieder unter das Saatgut und die Saatkartoffeln gebracht sind.

Saatgut muß besorgt und Woche für Woche ausgebracht werden, je nach benötigter Bodentemperatur und Tageslänge/Sonnenscheindauer.

Und das alles kostet Zeit – und leider auch Geld, das so ein spendenfinanzierter Verein, wie es die Bürgergartengesellschaft ist, natürlich nur in begrenztem Maße aufbringen kann.

Umso dankbarer sind wir für die zahlreichen und großzügigen Sachspenden, die wir in diesen Wochen entgegennehmen durften:
Aus Wörsdorf erreichte uns das Angebot einer Bürgerin, uns am kommenden Wochenende 2 – 3 weitere Tonnen Pflanzerde zu spenden und sogar anzuliefern – dafür bedanken wir uns jetzt schon herzlich!

Ein freundlicher Spender oder eine freundliche Spenderin hat uns Steckzwiebeln in den Garten gebracht – was nicht nur dankbar angenommen wird, weil wir hier nicht selbst finanzieren müssen; sondern vor allem auch, weil der Spender oder die Spenderin unser Gedankengut mitträgt und sorgsam darauf geachtet hat, daß auch diese gespendeten Steckzwiebeln Demeter-Qualität haben.

Und auch die Firma Rieger-Hofmann hat uns freundlich unterstützt: mit Saatgut für einen breiten Schmetterlings- und Wildbienenblühsaum im Übergang zum Wolfsbachufer. Diese Spende ist deshalb so ökologisch wichtig, weil Rieger-Hofmann einer der ganz wenigen Anbieter ist, der darauf achtet, daß die Saatmischungen sich an Verbreitungsgebiet, Artenzusammensetzung und Dominanzverhalten der Pflanzen untereinander orientieren.

Indoor-Frühling

Den Frühling, der aktuell noch nicht so recht Einzug halten will, holen sich ungeduldige Gärtner*innen natürlich einfach ins Haus. Dafür braucht es ein wenig Platz, gute Belichtung, schön magere Anzuchterde und viel liebende Fürsorge.

Okay, Geduld muß auch wieder mit dabei sein, zugegeben.
Wenn sich aber die ersten zarten grünen Stipse im Braun des Topfes zeigen und die ersten grünen Keimlingshälse und Keimblätter sich entfalten, dann ist die Freude über das entstehende Leben umso größer. Und wächst jeden Tag mit den wachsenden Jungpflanzen mit.

Wer verschiedene Arten von Stauden, Gemüsen etc. vorzieht, wird beobachten, was die Grundregeln des Wuchsverhaltens sind:
Je größer die später zu erntende Pflanze, desto länger die Keimdauer; und je wärmeliebender die erwachsene Pflanze, desto mehr Wärme (und längere Keimzeit) wird sie auch schon in ihrer Jugend fordern.

So unterscheiden sich die Keimlingsgrößen von dicker Gemüsezwiebel, heißblütig-südamerikanischer Paprika und biederem deutschen Blattsalat nach 8 Tagen Keimzeit sehr deutlich voneinander.

Die Zeichen stehen auf GRÜN

Nicht nur Gärtner*innen drängt es mit Macht nach draußen, wenn schon im späten Februar oder frühen März die ersten, schon leicht wärmenden Sonnenstrahlen deutlich machen, daß auch der kalendarische Frühling nun nicht mehr weit ist.

Aber Vorsicht – Nachtfrostgefahr lauert noch bis Mitte Mai.

Myriam und Kieran haben im letzten Herbst knapp 500 Blumenzwiebeln gesetzt, die uns seit zwei Wochen und sicherlich noch bis Ostern mit ihrem täglich leicht veränderten prächtigen Frühlingsstrahlen erfreuen.

Auch wenn das Warten auf die letzte der Eisheiligen, die „Kalte Sophie“, jetzt so richtig schwer fällt, weil es eigentlich in den Fingern juckt, zu pflanzen und zu säen: Noch heißt es, Beherrschung an den Tag legen. Und die Frühblüher genießen, die ihre bunten Köpfe in unserer Randbepflanzung überall aus dem Boden schieben.

Aber zumindest kann man ja schon mal alles vorbereiten. Angefangen damit, den letzten Feldsalat des Winters abzuernten.

Für die Vorbereitung der neuen Beete haben wir nicht nur Pflanzerde auf einer Schicht Rindermist verwendet. Zum ersten Mal konnten wir auch eigenen Kompost untermischen, der ein gutes Dreivierteljahr gereift ist. Seine hervorragende Qualität sieht man schon am Farbunterschied zur Pflanzerde.

Mareike sorgte dafür, daß alle neuen Beetfüllungen schön glatt gezogen sind, damit Gieß- und Regenwasser die keimenden Sämlinge auch wirklich gleichmäßig bewässern, statt in lokalen Pfützen zusammenzulaufen.

Und dann haben wir in unserem gut sortierten Saatgutkästchen so lange gewühlt, bis wir ein paar Saaten gefunden haben, die sich tatsächlich schon Ende Februar/Anfang März problemlos ausbringen lassen: Radieschen, Knoblauchzwiebeln, Koriander und Winterheckenzwiebel haben entsprechend schon ihren Platz in Beet und Kräuterspirale gefunden und zeigen 10 Tage später auch schon hie und da ihre grünen Köpfchen

So ein Mist

Mit Schafen setzte die Bürgergarten-Saison 2018 ihren Schlußakkord.
Und mit Schafen geht’s gleich wieder in die Saison 2019. – Oder besser gesagt: Mit ihren Hinterlassenschaften, die über die letzten Monate so richtig schön zu nahrhaftem Substrat herangereift sind.

Denn das Geheimnis eines ökologischen Früh- oder Warmbeetes liegt in der Schicht frischen Rinder- oder Schafsmistes. Der erzeugt auf biologischem Wege Bodentemperaturen von ca. 10°C, so daß bereits jetzt im Februar erste Freilandaussaat gelingen kann, z.B. von Zwiebeln und einigen Möhren, von frühen Radieschen oder auch Weißem Kohlrabi und Schnittknoblauch.

Lust auf Gemeinschaftsgarten und Gartengemeinschaft?

Ein Bild sagt bekanntlich mehr als 1000 Worte. Und so spricht die Bildergalerie unten beredt davon, mit wieviel Spaß und Freude Bürgergärtner*innen jeden Alters an diesem ersten vorfrühlingshaften Wochenende gemeinsam angepackt haben – und wie wir uns gemeinsam über unser Werk freuen konnten.

Na, auch Lust bekommen? – Jeden Samstag kann man uns im Bürgergarten treffen und einfach und unkompliziert mitgärtnern.

Und da es uns in den Fingern juckt, das alles endlich auszubringen, sind wir Herbert Schart vom Archehof in Oberauroff sehr dankbar, daß er uns einmal mehr unterstützt hat. Dafür sagt der Bürgergarten: Herzlichen Dank, Herbert!

So gab’s auf einmal gleich so viel von diesem besten aller biologischen Nährstofflieferanten, daß viele helfende Bürgergärtner*innen-Hände einen ganzen Samstag lang die neuen Hochbeete befüllt haben. Und das neue Tomatenbeet, das Uschi und Nils noch „mal eben schnell“ exakt unter den Tomatenstand gezimmert haben, konnte gleich mit befüllt werden.

Der Starkzehrer Tomate, der uns schon in 2018 trotz eher unbefriedigender Beetbedingungen reiche Ernte beschert hat, wird in 2019 vermutlich explodieren: Neues Beet, viel mehr Erdreich und jede Menge Mist – Tomate, was willst Du mehr?

2019 treiben wir’s bunt

Das Wetter ist grau, aber die Luft ist schon lau.
Und wenn die Sonne sich zeigt, hat sie schon so viel Kraft, daß klar wird, warum die ersten Vögel bereits auf Nistplatzsuche sind:

Der Frühling liegt in der Luft.

Uns Bürgergärtner*innen juckt es schon wieder in den Fingern, die es kaum abwarten können, wieder mit Saatgut, Erde, Keimlingen, Obst, Gemüse und Kräutern umgehen zu dürfen. Gut, daß wir damit schon jetzt, im Februar beginnen können.

Unsere Pflanzpläne sind geschrieben, erstes Saatgut wird auf der Fensterbank schon in diesem Monat vorgezogen und gestern sind die Bioland-Pflanzkartoffeln eingetroffen, die wir in diesem Jahr anbauen werden.

Was genau wir uns für 2019 überlegt haben, wird noch nicht verraten. Aber soviel können wir schon mal sagen:

Gärtner*innen, Gartenbesucher*innen und neugierige Passant*innen können sich freuen, denn in 2019 treiben wir’s so richtig bunt.

Als Erinnerung bzw. Vorgeschmack ein paar Impressionen vom bunten Treiben unserer Alten Sorten auch schon im vergangenen Jahr: