Eindrücklicher Saisonauftakt

Haben Sie schon mal die Regenwurmdichte in Ihrem Garten und ein Bodenprofil aufgenommen?

Wir auch nicht.

Aber wir sind beeindruckt von dem, was Sepp und Irene Braun auf ihrem ökologisch bewirtschafteten Hof tun, um die Bodengesundheit zu erhalten und zu verbessern. Zum Wohle der Regenwürmer. Aber damit natürlich auch zum Wohle von Vieh, Ackerfrucht, Ertragsleistung und, letztlich, des Menschen.

Wir werden uns das eine oder andere, das man auch im Kleinen umsetzen kann, ganz sicher abgucken. Wir hoffen, das tun Sie auch.

Danke an alle, die uns geholfen haben, unseren Veranstaltungsauftakt der Saison zu einem derart gelungenen Abend werden zu lassen. Wir haben die Gespräche vor und nach dem Film sehr genossen und freuen uns, daß so viele unterschiedliche Aspekte des Gezeigten offenbar tiefen Eindruck und Anregungen zum Weiterdenken hinterlassen haben.

(Quelle des Titelbildes dieses Blogposts: www.denkmal.film/uploads/images/catalog_scr/der-bauer-mit-den-regenwuermern_src_4.jpg; Copyright: DenkmalFilm)

Der Bauer mit den Regenwürmern

Noch ist das Wetter für Veranstaltungen im Bürgergarten etwas zu frisch und etwas zu unbeständig. Darum haben wir uns etwas anderes überlegt, um schon jetzt im April unserem Motto gerecht zu werden, eine „Begegnungsstätte für Kultur und Hortikultur“ zu sein:

Wir haben einige Filme des Regisseurs Bertram Verhaag mit Vorführlizenz von der „Denkmalfilm“ erworben. Jeder davon dreht sich um ein Beispiel oder einen bestimmten Aspekt der Thematik „ökologische Landwirtschaft“ und/oder „Nachhaltigkeit im Umgang mit der Natur“.

Öffentlicher Filmabend - Eintritt frei

Dienstag, 16. April 2019
Gerberhaus Idstein (Löherplatz)

Einlaß ab 18.30 Uhr
Filmstart: 19 Uhr

Vor und nach dem Film ist bei einem Glas Wein
Gelegenheit für gute Gespräche und Erwerb von Heil- und Pflegeprodukten aus der Bürgergarten-Naturwerkstatt.

Wir beginnen unsere lose Reihe von öffentlichen Filmabenden für alle Interessierten mit dem Porträt des hochsympathischen Ehepaars Irene und Sepp Braun, die vor Dekaden auf ökologische Landwirtschaft umgestellt haben.

Sepp und Irene Braun sind seit 1984 Biobauern. Der Ökolandbau ist für die beiden eine Antwort auf die Frage des Klimawandels.

Während sich auf konventionell bewirtschafteten Äckern durchschnittlich 16 Regenwürmer pro m2 finden lassen, tummelt sich bei Sepp und Irene Braun ungefähr die 25-fache Menge. Dass sie die Lebensbedingungen der fleißigen Helfer berücksichtigen, versteht sich von selbst: ihre „Wohnungen“ werden nicht durch schwere Maschinen platt gewalzt und eine eigens gesäte Kleekräutermischung dient als Winterfutter für die kleinen Helfer.

Durch die erhöhte Bodenfruchtbarkeit erwirtschaften Sepp und Irene Braun weit mehr als ihre auf chemische Düngung setzenden Nachbarn.

Das spricht sich herum: selbst die Frau des senegalesischen Präsidenten kündigt überraschend ihren Besuch an.

(Textquelle: www.denkmalfilm.tv)

Reich beschenkt

Ist schon lange her, daß wir hier was gepostet haben.
Grund: Mit Erde unter den Fingernägeln tippt es sich schlecht auf der Computertastur.

Und wenn wir Bürgergärtner*innen uns entscheiden müssen zwischen Schreibtischarbeit im Zimmer oder Gartentätigkeit, dann zögern wir nicht lange und rennen in den Garten.

Denn es gibt auch sehr viel zu tun, selbst wenn erst die ersten zaghaften Keimlinge sprießen. Wir haben knapp 8 Tonnen Pflanzerde aufgebraucht, die wir in 2018 besorgt hatten. Damit sind die Beete zwar alle perfekt vorbereitet, aber unsere Kartoffelkisten müssen nach und nach raus und befüllt werden (die ersten vier Alten Sorten haben wir sogar schon gesetzt). Dafür haben wir noch 2 Tonnen Pflanzerde angekarrt – die auch schon wieder unter das Saatgut und die Saatkartoffeln gebracht sind.

Saatgut muß besorgt und Woche für Woche ausgebracht werden, je nach benötigter Bodentemperatur und Tageslänge/Sonnenscheindauer.

Und das alles kostet Zeit – und leider auch Geld, das so ein spendenfinanzierter Verein, wie es die Bürgergartengesellschaft ist, natürlich nur in begrenztem Maße aufbringen kann.

Umso dankbarer sind wir für die zahlreichen und großzügigen Sachspenden, die wir in diesen Wochen entgegennehmen durften:
Aus Wörsdorf erreichte uns das Angebot einer Bürgerin, uns am kommenden Wochenende 2 – 3 weitere Tonnen Pflanzerde zu spenden und sogar anzuliefern – dafür bedanken wir uns jetzt schon herzlich!

Ein freundlicher Spender oder eine freundliche Spenderin hat uns Steckzwiebeln in den Garten gebracht – was nicht nur dankbar angenommen wird, weil wir hier nicht selbst finanzieren müssen; sondern vor allem auch, weil der Spender oder die Spenderin unser Gedankengut mitträgt und sorgsam darauf geachtet hat, daß auch diese gespendeten Steckzwiebeln Demeter-Qualität haben.

Und auch die Firma Rieger-Hofmann hat uns freundlich unterstützt: mit Saatgut für einen breiten Schmetterlings- und Wildbienenblühsaum im Übergang zum Wolfsbachufer. Diese Spende ist deshalb so ökologisch wichtig, weil Rieger-Hofmann einer der ganz wenigen Anbieter ist, der darauf achtet, daß die Saatmischungen sich an Verbreitungsgebiet, Artenzusammensetzung und Dominanzverhalten der Pflanzen untereinander orientieren.

So ein Mist

Mit Schafen setzte die Bürgergarten-Saison 2018 ihren Schlußakkord.
Und mit Schafen geht’s gleich wieder in die Saison 2019. – Oder besser gesagt: Mit ihren Hinterlassenschaften, die über die letzten Monate so richtig schön zu nahrhaftem Substrat herangereift sind.

Denn das Geheimnis eines ökologischen Früh- oder Warmbeetes liegt in der Schicht frischen Rinder- oder Schafsmistes. Der erzeugt auf biologischem Wege Bodentemperaturen von ca. 10°C, so daß bereits jetzt im Februar erste Freilandaussaat gelingen kann, z.B. von Zwiebeln und einigen Möhren, von frühen Radieschen oder auch Weißem Kohlrabi und Schnittknoblauch.

Lust auf Gemeinschaftsgarten und Gartengemeinschaft?

Ein Bild sagt bekanntlich mehr als 1000 Worte. Und so spricht die Bildergalerie unten beredt davon, mit wieviel Spaß und Freude Bürgergärtner*innen jeden Alters an diesem ersten vorfrühlingshaften Wochenende gemeinsam angepackt haben – und wie wir uns gemeinsam über unser Werk freuen konnten.

Na, auch Lust bekommen? – Jeden Samstag kann man uns im Bürgergarten treffen und einfach und unkompliziert mitgärtnern.

Und da es uns in den Fingern juckt, das alles endlich auszubringen, sind wir Herbert Schart vom Archehof in Oberauroff sehr dankbar, daß er uns einmal mehr unterstützt hat. Dafür sagt der Bürgergarten: Herzlichen Dank, Herbert!

So gab’s auf einmal gleich so viel von diesem besten aller biologischen Nährstofflieferanten, daß viele helfende Bürgergärtner*innen-Hände einen ganzen Samstag lang die neuen Hochbeete befüllt haben. Und das neue Tomatenbeet, das Uschi und Nils noch „mal eben schnell“ exakt unter den Tomatenstand gezimmert haben, konnte gleich mit befüllt werden.

Der Starkzehrer Tomate, der uns schon in 2018 trotz eher unbefriedigender Beetbedingungen reiche Ernte beschert hat, wird in 2019 vermutlich explodieren: Neues Beet, viel mehr Erdreich und jede Menge Mist – Tomate, was willst Du mehr?

2019 treiben wir’s bunt

Das Wetter ist grau, aber die Luft ist schon lau.
Und wenn die Sonne sich zeigt, hat sie schon so viel Kraft, daß klar wird, warum die ersten Vögel bereits auf Nistplatzsuche sind:

Der Frühling liegt in der Luft.

Uns Bürgergärtner*innen juckt es schon wieder in den Fingern, die es kaum abwarten können, wieder mit Saatgut, Erde, Keimlingen, Obst, Gemüse und Kräutern umgehen zu dürfen. Gut, daß wir damit schon jetzt, im Februar beginnen können.

Unsere Pflanzpläne sind geschrieben, erstes Saatgut wird auf der Fensterbank schon in diesem Monat vorgezogen und gestern sind die Bioland-Pflanzkartoffeln eingetroffen, die wir in diesem Jahr anbauen werden.

Was genau wir uns für 2019 überlegt haben, wird noch nicht verraten. Aber soviel können wir schon mal sagen:

Gärtner*innen, Gartenbesucher*innen und neugierige Passant*innen können sich freuen, denn in 2019 treiben wir’s so richtig bunt.

Als Erinnerung bzw. Vorgeschmack ein paar Impressionen vom bunten Treiben unserer Alten Sorten auch schon im vergangenen Jahr: