Alles Grün bei uns

Es ist schon ein staunenswertes Wunder, das uns da jedes Jahr im Frühling mit neuem Werden und Wachstum beschert wird. Nicht nur Kinder reißen die Augen auf, wenn sie sehen, in wie kurzer Zeit sich das junge Grün mit Macht Bahn bricht, wo noch Tage vorher alles wie tot schien.

Auch im Bürgergarten geht es jetzt schnell. Vor genau zwei Wochen wurde unser Saatgut geliefert. Und wir waren gar nicht so sicher, ob die Temperaturen wirklich schon so vertrauenswürdig sind, daß wir es gleich ausbringen sollten. Immerhin waren auch einige der Wildkrokusse noch eher vorsichtig damit, ihre Köpfe aus der Erde zu strecken.

Daher ging auch Einiges erstmal in das kleine Gewächshaus, das Wilfried uns freundlicherweise nicht nur zur Verfügung stellt, sondern sich auch noch um das regelmäßige Gießen kümmert.

Die Gewächshausanzucht spross schon 7 Tage später – hatten es ja auch schön kuschelig feucht-warm, die Samenkörnchen.

Aber auch die Direktaussaat im Freiluftbeet, ohne Frühkulturschutz, ist schon 7 Tage später gut aufgekommen (okay, zunächst nur die Kresse und die Krause Petersilie…).

Und jetzt, genau zwei Wochen nach Saatgutlieferung, können wir quasi zuschauen, wie jeden Tag eine weitere Gemüse- oder Kräuterart ihre ersten grünen Spitzen zeigt.

Die ersten Hummeln fliegen schon

Wir haben die ersten Hummelköniginnen auf Nestplatzsuche beobachten können.

Und da die Saat für unseren Blühstreifen aus Licht- und Kaltkeimern besteht, wollen wir ihn auch wirklich noch in diesem Monat anlegen.

Vor der Aussaat des leichten Saatgutes war allerdings nochmal ziemliche schwere Arbeit vonnöten. Quasi nach dem Vorbild unseres Schutzpatrons Phokas haben wir mit Schaufel, Eimer, Muskelkraft und unserem MuFuWa* die noch verbliebene steinhart gefrorene Muttererde auf den Ort des späteren Blühstreifens verbracht.

Und der Frost war dabei sogar ein Stück weit unser Freund, denn größere Erdbrocken waren leicht auseinanderzubrechen:
Fröhlich drauf rumgesprungen – erledigt diese Arbeit, hebt die Laune und hält die Extremitäten trotz der Eiseskälte warm.

* Multifunktionswagen

Gewußt wie

Der Boden des Bürgergartens lädt nicht auf den ersten Blick dazu ein, Kartoffeln o.ä. Knollenpflanzen anzubauen.
Denkt man jedenfalls.

Falsch gedacht: Davon lassen sich gewitzte BürgergärterInnen nicht abhalten.

Daß wir umnutzen können, haben wir ja schon gezeigt.

Ob man über pfiffige Umnutzung (einer alten unbehandelten EURO-Palette) einer Schotterbrache mit Schieferuntergrund doch auch eßbare Knollen abtrotzen kann, muß zwar erst noch bewiesen werden. Das Kartoffelhochbeet haben wir jedenfalls im Prototyp schon mal gebaut.

Am Anfang war ein Haufen Palettenbretter…

 

Ansonsten benötigt man nicht viel:

  • Zollstock
  • Schrauben
  • Schraubendreher
  • Stichsäge
  • Bleistift
  • Kanthölzer (ca. 35 x 35 mm)
  • ca. 1.5 Std. Zeit (plus mehrere weitere Stunden für die Zerlegung und Entnagelung der Paletten, abhängig vom Vorhandensein eines großen Kuhfußes und einiger Muskelkraft…)

… fertig ist der Kartoffelturm, der in unserem Fall aus fünf stapelbaren Holzrahmen besteht.

Die beiden obersten sind, probeweise, nur in zwei der vier Rahmenecken mit einem Kantholz zum Stapeln versehen. Diese ragen im zweitobersten Rahmen aus zwei gegenüberliegenden Ecken nach oben, im obersten Rahmen aus den beiden anderen gegenüberliegenden Ecken nach unten.

Außerdem ist es sinnvoll, die Lagen zu numerieren, so daß man weiß, in welcher Reihenfolge man die Rahmen später stapelt und welche Ecke über welche gehört. Da Palettenhölzer oft stark verzogen sind und keine echten rechten Winkel mehr haben, verhindert man so, daß die Rahmen durch Verkanten nicht aufeinander passen oder nicht mehr voneinander zu trennen sind.

Im Frühjahr werden wir zunächst nur den untersten Rahmen ausbringen und mit Erde füllen, in die die vorgekeimten Kartoffeln kommen. Sobald das Kartoffelkraut ca. 15cm aus der Erde herausgewachsen ist, setzt man den zweiten Rahmen auf und füllt Erde nach, bis das Kraut nur noch wenige cm lang zu sehen ist. So kann man nach und nach den Kartoffelturm mit den Kartoffeln mitwachsen lassen.

Und nach der Ernte nimmt man alles wieder auseinander und verstaut es im Lagerschuppen bis zum nächsten Frühjahr.

Bodenarbeiten von Mensch und Tier

Knackig kaltes, aber strahlend sonniges Winterwetter, eine Riesenladung lehmigen Bodenaushubs als Sachspende der Firma Stricker und ein Arbeitstag Zeit …

… eine ziemliche Herausforderung an Muskelkraft und Kälteresistenz.

Aber wenn ausreichend viele BürgergärtnerInnen mit anpacken und ausreichend flott arbeiten, dann ist der Erd-Haufen am Ende des Gartentages zu einer handhabbaren Größe zusammen“geschmolzen“.
Die Muskeln schmerzen zwar, aber sind warm geblieben.

Etliche der ebenso unschein- wie unverzichtbaren tierischen Helfer haben auch mal rausgeschaut.
Beste Voraussetzungen also dafür, daß die nährstoffreiche Beetschicht, die wir heute eingezogen haben, auch zu noch besserem, humösen Boden verarbeitet wird.

Danke an alle – Mensch und Tier!