Indoor-Frühling

Den Frühling, der aktuell noch nicht so recht Einzug halten will, holen sich ungeduldige Gärtner*innen natürlich einfach ins Haus. Dafür braucht es ein wenig Platz, gute Belichtung, schön magere Anzuchterde und viel liebende Fürsorge.

Okay, Geduld muß auch wieder mit dabei sein, zugegeben.
Wenn sich aber die ersten zarten grünen Stipse im Braun des Topfes zeigen und die ersten grünen Keimlingshälse und Keimblätter sich entfalten, dann ist die Freude über das entstehende Leben umso größer. Und wächst jeden Tag mit den wachsenden Jungpflanzen mit.

Wer verschiedene Arten von Stauden, Gemüsen etc. vorzieht, wird beobachten, was die Grundregeln des Wuchsverhaltens sind:
Je größer die später zu erntende Pflanze, desto länger die Keimdauer; und je wärmeliebender die erwachsene Pflanze, desto mehr Wärme (und längere Keimzeit) wird sie auch schon in ihrer Jugend fordern.

So unterscheiden sich die Keimlingsgrößen von dicker Gemüsezwiebel, heißblütig-südamerikanischer Paprika und biederem deutschen Blattsalat nach 8 Tagen Keimzeit sehr deutlich voneinander.

Die Zeichen stehen auf GRÜN

Nicht nur Gärtner*innen drängt es mit Macht nach draußen, wenn schon im späten Februar oder frühen März die ersten, schon leicht wärmenden Sonnenstrahlen deutlich machen, daß auch der kalendarische Frühling nun nicht mehr weit ist.

Aber Vorsicht – Nachtfrostgefahr lauert noch bis Mitte Mai.

Myriam und Kieran haben im letzten Herbst knapp 500 Blumenzwiebeln gesetzt, die uns seit zwei Wochen und sicherlich noch bis Ostern mit ihrem täglich leicht veränderten prächtigen Frühlingsstrahlen erfreuen.

Auch wenn das Warten auf die letzte der Eisheiligen, die „Kalte Sophie“, jetzt so richtig schwer fällt, weil es eigentlich in den Fingern juckt, zu pflanzen und zu säen: Noch heißt es, Beherrschung an den Tag legen. Und die Frühblüher genießen, die ihre bunten Köpfe in unserer Randbepflanzung überall aus dem Boden schieben.

Aber zumindest kann man ja schon mal alles vorbereiten. Angefangen damit, den letzten Feldsalat des Winters abzuernten.

Für die Vorbereitung der neuen Beete haben wir nicht nur Pflanzerde auf einer Schicht Rindermist verwendet. Zum ersten Mal konnten wir auch eigenen Kompost untermischen, der ein gutes Dreivierteljahr gereift ist. Seine hervorragende Qualität sieht man schon am Farbunterschied zur Pflanzerde.

Mareike sorgte dafür, daß alle neuen Beetfüllungen schön glatt gezogen sind, damit Gieß- und Regenwasser die keimenden Sämlinge auch wirklich gleichmäßig bewässern, statt in lokalen Pfützen zusammenzulaufen.

Und dann haben wir in unserem gut sortierten Saatgutkästchen so lange gewühlt, bis wir ein paar Saaten gefunden haben, die sich tatsächlich schon Ende Februar/Anfang März problemlos ausbringen lassen: Radieschen, Knoblauchzwiebeln, Koriander und Winterheckenzwiebel haben entsprechend schon ihren Platz in Beet und Kräuterspirale gefunden und zeigen 10 Tage später auch schon hie und da ihre grünen Köpfchen

So ein Mist

Mit Schafen setzte die Bürgergarten-Saison 2018 ihren Schlußakkord.
Und mit Schafen geht’s gleich wieder in die Saison 2019. – Oder besser gesagt: Mit ihren Hinterlassenschaften, die über die letzten Monate so richtig schön zu nahrhaftem Substrat herangereift sind.

Denn das Geheimnis eines ökologischen Früh- oder Warmbeetes liegt in der Schicht frischen Rinder- oder Schafsmistes. Der erzeugt auf biologischem Wege Bodentemperaturen von ca. 10°C, so daß bereits jetzt im Februar erste Freilandaussaat gelingen kann, z.B. von Zwiebeln und einigen Möhren, von frühen Radieschen oder auch Weißem Kohlrabi und Schnittknoblauch.

Lust auf Gemeinschaftsgarten und Gartengemeinschaft?

Ein Bild sagt bekanntlich mehr als 1000 Worte. Und so spricht die Bildergalerie unten beredt davon, mit wieviel Spaß und Freude Bürgergärtner*innen jeden Alters an diesem ersten vorfrühlingshaften Wochenende gemeinsam angepackt haben – und wie wir uns gemeinsam über unser Werk freuen konnten.

Na, auch Lust bekommen? – Jeden Samstag kann man uns im Bürgergarten treffen und einfach und unkompliziert mitgärtnern.

Und da es uns in den Fingern juckt, das alles endlich auszubringen, sind wir Herbert Schart vom Archehof in Oberauroff sehr dankbar, daß er uns einmal mehr unterstützt hat. Dafür sagt der Bürgergarten: Herzlichen Dank, Herbert!

So gab’s auf einmal gleich so viel von diesem besten aller biologischen Nährstofflieferanten, daß viele helfende Bürgergärtner*innen-Hände einen ganzen Samstag lang die neuen Hochbeete befüllt haben. Und das neue Tomatenbeet, das Uschi und Nils noch „mal eben schnell“ exakt unter den Tomatenstand gezimmert haben, konnte gleich mit befüllt werden.

Der Starkzehrer Tomate, der uns schon in 2018 trotz eher unbefriedigender Beetbedingungen reiche Ernte beschert hat, wird in 2019 vermutlich explodieren: Neues Beet, viel mehr Erdreich und jede Menge Mist – Tomate, was willst Du mehr?

2019 treiben wir’s bunt

Das Wetter ist grau, aber die Luft ist schon lau.
Und wenn die Sonne sich zeigt, hat sie schon so viel Kraft, daß klar wird, warum die ersten Vögel bereits auf Nistplatzsuche sind:

Der Frühling liegt in der Luft.

Uns Bürgergärtner*innen juckt es schon wieder in den Fingern, die es kaum abwarten können, wieder mit Saatgut, Erde, Keimlingen, Obst, Gemüse und Kräutern umgehen zu dürfen. Gut, daß wir damit schon jetzt, im Februar beginnen können.

Unsere Pflanzpläne sind geschrieben, erstes Saatgut wird auf der Fensterbank schon in diesem Monat vorgezogen und gestern sind die Bioland-Pflanzkartoffeln eingetroffen, die wir in diesem Jahr anbauen werden.

Was genau wir uns für 2019 überlegt haben, wird noch nicht verraten. Aber soviel können wir schon mal sagen:

Gärtner*innen, Gartenbesucher*innen und neugierige Passant*innen können sich freuen, denn in 2019 treiben wir’s so richtig bunt.

Als Erinnerung bzw. Vorgeschmack ein paar Impressionen vom bunten Treiben unserer Alten Sorten auch schon im vergangenen Jahr:

 

Winterruhe? – Von wegen!

Endlich kommt all der Regen vom Himmel, den wir im vergangenen Dürrejahr so dringlich gebraucht hätten.
Wir BürgergärtnerInnen sind aber ja zum Glück wetterfest, so daß wir auch in der aktuell etwas ungemütlicheren Jahreszeit fleißig werkeln.

Jede Menge unserer blühenden Beetpflanzen aus dem letzten Jahr haben sich selbst auf die Blühfläche ausgewildert, wo auch jetzt noch Ringelblume, Wiesenmargarite und Ackersenf eifrig blühen.

Und auch die neu gesetzten Zwiebelpflanzen können es kaum noch erwarten und spitzen schon sehr eifrig aus dem Boden.

Damit wir im kommenden Jahr noch mehr Pflanzen ziehen können, haben wir in diesem Winter bereits vier neue Hochbeete fertiggestellt.

Aber auch an die Tiere ist gedacht:

Die eher milden Temperaturen erlauben bisher durchgängig Baum- und Gehölzschnitt. Die dabei anfallenden Äste und Reiser können wunderbar für eine Vogelschutzhecke, eine sog. Benjes-Hecke verwendet werden.

Nichts ist einfacher, als so eine Benjes-Hecke selbst zu bauen – und nichts ist wirkungsvoller, wenn es darum geht, Vögeln, Kleinsäugern (wie z.B. Igeln) und Reptilien Unterschlupf, Nistraum und Winterquartier zu schaffen.

Und wer das Ganze wie wir BürgergärtnerInnen noch mit einer Trockenmauer ergänzt, hat den ökologischen Wert noch  mehr erhöht. Die Tiere, die die Hecke nutzen, wie auch der Wind werden Samen eintragen, die Mauer wie Totholzbereich über die Jahre begrünen werden – ein Augenschmaus auch für den Menschen.

Jetzt schon an die Wildbienen denken

Wer etwas für Wildbienen tun will, aber keine Stauden mehr pflanzen möchte, macht es wie wir Bürgergärtner und setzt für ganz kleines Geld Gehölze.

Pollenweide, Purpurweide und Immerblühende Mandelweide in räumlicher Nähe zueinander stellen sicher, daß die Wildbienenpopulation von März bis Oktober reich mit Pollen und Nektar versorgt wird.

Und wer Sorge hat, daß ihm die Weiden im wahrsten Sinne des Wortes über den Kopf wachsen:
Jede der o.g. Arten kann man problemlos auf etwa 2m Höhe halten, wenn man das möchte.
So läßt sich Salix megapollis, die Pollenweide, auch im (großen) Topf auf dem Balkon kultivieren.
Und Salix purpurea „Semperflorens“, die Immerblühende Mandelweide, läßt sich sogar im Kopfweidenschnitt ziehen – das sieht hübsch aus und hält den Anspruch an Platz sowie die Verschattung anderer Pflanzen in Grenzen.