Nährstoffkreislauf

Der Boden, den wir täglich mit Füßen treten, ist nicht nur im Mittelpunkt unserer letzten Bürgergartenveranstaltung gewesen; er ist auch das Jahresthema der Bio-Gartenmesse, die am 31. August in der Orangerie des Schlosses Biebrich Station machte.

Foto: Jan Aussem

Und wir durften nicht nur dabei sein, sondern waren auch das Förderprojekt, das für die Vorstellung ausgewählt war. Es paßt ja auch perfekt in das Thema „Bodenqualität und Nährstoffkreislauf“: Wir versuchen, über die Umwelt-Lotterie GENAU die fehlenden Mittel zu erhalten, um den Bürgergarten mit einer Komposttoilette auszustatten.

Um den Kreis zu schließen...

… benötigen wir noch weitere Spenden und Fördermittel.

Wir hoffen dabei auf unser Glück bei der Umweltlotterie GENAU und haben auch weitere Fördermittelanträge und Wettbewerbsbeiträge „in der Pipeline“.

Aber auch jeder EURO von Privatspender*innen, die die Arbeit des Bürgergartens unterstützen wollen, hilft uns, für unsere Gartengäste und uns selbst dem Ziel „Komposttoilette“ einen Schritt näher zu kommen.

Spendenkonto: Deutsche Skatbank
IBAN DE07 8306 5408 0004 0571 39

Als gemeinnütziger Verein stellen wir, bei einer Spendenhöhe von über EUR 200, eine Spendenquittung aus.
Bei geringeren Spendenbeträgen erkennt das Finanzamt Ihren Überweisungsbeleg als Spendennachweis an.

Nicht nur trügen wir so dazu bei, den natürlichen Kreislauf zu komplettieren – vom Wachsen über das Ernten und Essen einer Pflanze bis zur Rückführung durch Kompostierung. Vor allem könnten wir endlich noch mehr und auch längerdauernde Veranstaltungen im Bürgergarten anbieten. Denn bislang kann der Ruf der Natur, dem manche/r so manchmal folgen muß, im Garten noch nicht erhört werden. Diesen Zustand möchten wir baldestmöglich ändern.

Wir drücken uns also diesmal selbst ganz fest die Daumen, daß wir es in absehbarer Zeit schaffen, über Spenden und Fördermittel das noch nicht ganz erreichte Budget zusammenzubekommen.

Bodenschätze

Zwischen 10 Monaten und 80+ Jahre alt waren die Gartengäste, die sich zum bodenkundlichen Abendspaziergang mit dem Geographen Dr. Rainer Dambeck im Bürgergarten einfanden.

Und sie alle waren beeindruckt davon, wie vielschichtig – in mehr als nur einer Hinsicht – das Thema „Boden“ ist, wie unterhaltsam und laienverständlich es dargeboten werden kann und vor allem: wie dünn und damit letztlich auch verletzlich die „Haut der Erde“ ist.

Dambeck gelang es nicht nur, dieses auf den ersten Blick etwas sperrige Thema der Bodenwissenschaften anschaulich und sogar interaktiv für alle Altergruppen zu vermitteln.

Er schlug auch immer wieder die Brücke zu unserer Arbeit im Bürgergarten, bei der wir die Erde mit der Sorgfalt behandeln, die dieser Schatz, den wir meist achtlos mit Füßen treten, verdient hat.

Und wenn wir dabei ökologisch sinnvoll vorgehen, gelingt es auch, ihm reiche Bodenschätze zu entlocken, mit denen wir uns gesund und klimaneutral ernähren können.

Diese Bodenschätze profitieren von einem gesunden Boden hinsichtlich Ertrag, Pflanzengesundheit und Geschmack.

So kurze Transportwege zwischen Beet, Küche und Teller wie hier und heute haben die wenigstens schon mal erlebt. Und der Gaumenschmaus war, entsprechend, auch ein ganz anderer als man ihn von Supermarkt- oder auch von Markt-Ware kennt.

Wenn selbst 10 Monate alte Kleinkinder immer wieder nach mehr Mangoldpfannkuchen verlangen, um dann, wenn er weg ist, den Teller abzulecken, dann ist die Geschmacksqualität eindeutig 🙂

Bodenschutz ist Klimaschutz

Schützt den Boden und kauft regional ein.
Oder baut gleich selbst an, um Euch so gesund und schmackhaft wie klimaschützend oder klimaneutral zu ernähren!

Bei einer vierköpfigen Familie kann man mit einem Hochbeet von ca. 1m x 1.5m schon viel bewirken.
Und über’s ganze Jahr super lecker schmausen!

 

Umweltdetektiv*innen zu Gast

Das war vielleicht spannender Besuch heute im Bürgergarten!

Wir hatten Detektive dort – und Kängurus.

Klingt merkwürdig? Ist es aber gar nicht: Die 6 – 10jährigen Kinder von der Känguru-Ferienbetreuung des Rabenschulen-Fördervereins in Wallrabenstein waren als Umwelt-Detektive vor Ort.

Und sie haben alles entdeckt und auch die kniffligsten Aufgaben errätselt, die wir ihnen bei unserer Bürgergarten-Rallye gestellt haben. Selbst die „Fühlbar“ hat jeden der pfiffigen Umwelt-Detektive und jede der schlauen Umwelt-Detektivinnen die meisten der Gemüse richtig bestimmen lassen, obwohl sie sie gar nicht ansehen, sondern nur betasten durften.

Super, wie Ihr das hinbekommen habt, liebe Känguru-Ferienkinder!

Okay, zugegeben, die Rote Beete mit dem abgeschnittenen Laub – die war echt schwer und ein bißchen gemein von uns…

Aber wir hatten alle einen Riesenspaß und freuen uns, wenn jetzt immer mal ein paar Kängurus zwischen den Hochbeeten herumspringen!

Was Oma noch wußte

Wir sind mal durch den Bürgergarten gegangen und haben geschaut, wieviele und welche Pflanzen wir dort belassen, ohne daß wir sie angepflanzt haben. Weil sie wichtige ökologische Funktion und/oder naturheilkundliche Bedeutung haben.

Und weil wir auf über 40 Pflanzen gekommen sind, die wir – zusammen mit denjenigen, die wir bewußt im Bürgergarten angepflanzt haben – dort entdecken können, wollten wir eine Auswahl von ihnen auch den Bürgergarten-Besucher*innen nahebringen.

Denn wer weiß denn noch, welche Heilwirkung Brennessel, Giersch und Gundermann haben?

Und vor allem auch: wie diese Pflanzen aussehen und welche Teile von ihnen man verwenden kann?

Daß das Interesse an solchem Wissen, das Oma noch ganz selbstverständlich hatte, auch heute noch riesig ist, zeigte der Ansturm von über 50 Besucher*innen, die uns begeistert auf die 1.5-stündige Reise in die naturheilkundliche Welt gefolgt sind. Gut, daß Birgit als promovierte Biologin Pflanzenkunde mit Pharmazeutik ins Gleichgewicht zu bringen vermochte: Auf dieser Basis haben ihre schrägen Anekdoten und „literarischen Einsprengsel“ auch diejenigen bis zum Ende der Veranstaltung gefesselt, die aufgrund der großen Besucherzahl nicht immer jedes Pflanzendetail sehen konnten.

Viele haben nach dem Rezept für die Brennessel-Quiche gefragt.
Wer verpaßt hat zu fragen, kann uns unter info@buergergartengesellschaft.de jederzeit ansprechen und bekommt das Rezept von uns gerne gemailt.

Wer verpaßt hat, eines der Wachstücher für die nachhaltige Konservierung von Lebensmitteln zu erwerben, kann uns ebenfalls ansprechen. Wir stellen den Kontakt zu Jungimker Jannis her.

Der Honig aus Bürgergarten-Tracht ist bereits ausverkauft …

Alles, was sich an weitergehenden Gesprächsthemen ergab, haben wir noch über eine Stunde nach Ende der Führung spannend mit den Besucher*innen jeden Alters austauschen dürfen. Die Eberrauten-Limo, die mit dem allerersten Honig „Bürgergarten-Tracht“ von Jungimker Jannis gesüßt war, hielt die Kehlen dafür ausreichend geschmeidig.

Stärkung gab’s außerdem mit Kräuterquarkdips zu beetfrischen Kohlrabi und Brennessel-Quiche.

Schutzraum Bürgergarten

Nicht nur wir Bürgergärtner*innen fühlen uns in unserem Gemeinschaftsgarten wohl, auch die Tierwelt erobert sich die Strukturen, die wir geschaffen haben, nach und nach.

Daß wir dabei viel für Bienen tun, ist ja bereits bekannt und hat uns im letzten Jahr einen 2. Preis in einem bundesweiten Wettbewerb eingebracht, auf den wir sehr stolz sind.

Nun aber sind wir total glücklich, denn wir konnten seit April diesen Jahres bereits vielfach Tiere sichten, die leider mittlerweile so stark vom Aussterben bedroht sind, daß sie auf der sogenannten Anhang IV-Liste gelandet sind, d.h. unter besonders strengem Schutz nach EU-Artenschutzgesetz stehen. Sie sind so stark bedroht, daß ihre Lebensräume und Lebensstätten auf keinen Fall weiter beschädigt oder zerstört werden dürfen.

Wir haben daher versucht, einigen dieser bedrohten Arten ein besonders schönes Habitat zu schaffen:
Mit einer Mischung aus sich schnell erwärmenden Setz- und Bruchsteinen, die Fugen und Spalten zum Versteck bilden, sowie Totholzheckenbereichen sind unsere Randbegrenzung und die Kräuterspirale eigentlich (hoffentlich!) ein idealer Lebensraum etwa für Eidechsen.

Und: Das hat wunderbar funktioniert!
Wir freuen uns sehr, daß wir seitdem schon viele streng geschützte Tiere beobachten konnten.

Wenn man sich sehr vorsichtig bewegt und dabei darauf achtet, daß der eigene Schatten die Tiere nicht vertreibt, sieht man zum Beispiel überall aus und auf den Bruchsteinen unserer Grenzmauer Zaun- und Mauereidechsen hervorlugen, die ihr Sonnenbad nehmen.

Suchbild: Diese Zauneidechse ist mit der Zeichnung ihres typischen Jugendkleides besonders gut geschützt (bzw. für unser Auge besonders schwer zu finden).

Diese ausgewachsene männlichen Zauneidechse hat Anfang April auf einem sehr prominenten Stein im Bürgergarten ihr Sonnenbad genommen – vielleicht wollte sie Energie für die bevorstehende Paarungszeit sammeln? Denn hierbei kann es, v.a. wenn Weibchen in Sichtweite sind, zu beeindruckend heftigen Kämpfen zwischen gleich großen Männchen kommen.

Bei dieser jungen Zauneidechse ist die „Sollbruchstelle“ gut zu sehen, an der sie bei Gefahr verletzungsfrei ihren Schwanz abwerfen kann.

Diese (männliche) Blindschleiche liebt es im Gegensatz zu den Zaun- und Mauereidechsen kühl und schattig. Das ist auch der bevorzugte Ort ihrer Lieblingsspeise: Nacktschnecken

Unsere aufregenden Sichtungen dieser allesamt streng geschützten Tiere (ja, auch die Blindschleiche ist leider heute bei uns auf Schutz ihres Lebensraumes angewiesen, wenn sie nicht aussterben soll!) … diese Sichtungen also haben wir natürlich der AGAR gemeldet, denn nur so können die dortigen Engagierten einen ausreichend guten Überblick über die Verbreitung der schutzwürdigen Arten machen und entsprechend angemessene Schutzkonzepte er- und überarbeiten.

Augen auf in der Natur

Machen Sie bitte auch mit:
Melden Sie bitte jeden Reptilien- oder auch Amphibienfund an die AGAR Hessen!
DANKE im Namen unserer Umwelt und der Biodiversität!

Mehr Fotos wollen wir dann jetzt aber auch gar nicht aufnehmen, damit wir die Tiere nicht weiter stören. Daher haben wir den Bereich vor der Bruchsteinmauer jetzt auch erstmal abgeflattert und werden später im Jahr mit der Anlage eines weiteren Blühstreifens beginnen, der die Ruhe der Tiere noch besser gewähren soll.