Jubiläums-Kunstwandeln mit Simone Michel

Auch in diesem Jahr setzen wir unsere lose Reihe von Sommergarten-Vernissagen fort, diesmal mit dem

Jubiläumsevent der Idsteiner Grafik- und Schriftkünstlerin Simone Michel
am 02. August 2020

„Garten in 2D – Naturperspektiven“

mit Garten-Werkstattatelier und
Kunsthandwerks-Demonstration und -Verkauf

Mehr Informationen gibt es hier.

Dufte Entspannung

Nach dem großen Erfolg der zwei Schnupperstunden „Duft Qi Gong“ im letzten Herbst, konnten wir Entspannungstrainerin und Heilpraktikerin Kirsten Sander in diesem Jahr für zwei weitere Stunden gewinnen, in denen wieder „geschnuppert“ wird – im Wortsinne wie im übertragenen.

Für die Düfte, die die schnuppernde Nase umwehten, sorgten unsere aktuell so wunderbar üppenden und blühenden Pflanzen. Von der Rambler-Rose, die sich daran macht, das neue Eingangstor zu erklimmen, über die in voller Blüte stehende Kräuterspirale bis zu den zart duftenden Blüten der Gemüsepflanzen zeigt sich der Garten aktuell von seiner attraktivsten Seite.

Für den „Duft“ in „Duft Qi Gong“ sorgte Kirsten, die in ihrer bewährten Mischung aus Ruhe und Freundlichkeit, entspanntem Wesen und leisem Humor die Damen und Herren durch ihre erste Erfahrung mit dieser uralten fernöstlichen Entspannungskunst leitete. Wir Bürgergärtner:innen waren begeistert davon, wie begeistert alle waren. Auch die Damen, deren Bewegungseinschränkungen der Teilnahme – und der Freude daran – keinen Abbruch taten, fanden sich vollumfänglich integriert.

Welche Entspannungskunst, welche gemeinschaftliche Gesundheitsübung in der Natur kann das sonst bieten?

Wer’s verpaßt haben sollte, kommt nicht zu kurz: Kirsten bietet einen weiteren Schnupperkurs im duftenden Bürgergarten an.

Zweite Möglichkeit, zu schnuppern

Einfach vorbei kommen und – kostenfrei – mitmachen.

Versteckt und doch entdeckt

Pünktlich, am Internationalen Tag der Biologischen Artenvielfalt, haben wir heute sehr erfreuliche Wieder-Entdeckungen gemacht:

„Unsere“ Zauneidechsen sind noch bei uns!

Das Pärchen in der Trockenmauer, das wir schon im letzten Jahr entdecken konnten, kaum war unser Mäuerchen fertig, hat sich auch wieder gezeigt – mit Jungtieren aus dem letzten Jahr.
Wir haben sie lange nicht gesehen, da wir ja auch ganz bewußt die kleine Variante eines Feldrains vor die Mauer gesät haben, damit die Tiere von Spaziergänger:innen und deren Hunden nicht mehr so gestört werden.

Zusätzlich haben wir jetzt aber auch eine zweite Population entdeckt:

Mindestens ein Männchen und Weibchen leben an und in der Benjes-Hecke am hinteren Ende des Gartens. Wir hoffen sehr, daß die ausgiebigen Sonnenbäder, die vor allem das deutlich weniger scheue (und durch seine Tarnung fast unsichtbare) Weibchen aktuell nimmt, darauf hindeuten, daß sie bereits befruchtete Eier in sich trägt.

Auch die Blindschleichen sind noch oder wieder bei uns. Wir freuen uns sehr, daß der Bürgergarten diesen allesamt besonders geschützten Arten einen Lebensraum bietet.

Der Feuersalamander, der ja zwar insgesamt noch eine gute Verbreitung hat, aber in einzelnen Bundesländern auch schon gefährdet oder sogar stark gefährdet ist (und daher durch das Bundesnaturschutzgesetz unter besondern Schutz gestellt ist), hat ebenfalls bei uns eine Heimstatt.

Alle diese Funde melden wir auch der AGAR Hessen, um deren wichtige Arbeit zum Schutz der Reptilien und Amphibien zu unterstützen.

Augen auf in der Natur

Machen Sie bitte auch mit:
Melden Sie bitte jeden Reptilien- oder auch Amphibienfund an die AGAR Hessen!
DANKE im Namen unserer Umwelt und der Biodiversität!

Baum der Hoffnung und des Lebens

Uns ist so Anrührendes widerfahren, daß wir es hier mit allen teilen wollen:

Im letzten Winter durften wir einige Damen kennenlernen, die sehr um ihre frisch verstorbene Freundin trauern.
Diese Freundin hat immer gerne im Bürgergarten eine kleine Auszeit vom Alltag genommen und dies, wie wir erfahren durften, als wertvolle Zeit genossen.

Als sichtbares und würdiges Zeichen des Andenken an die heimgegangene Freundin ist es der Wunsch der Damen gewesen, dem Bürgergarten ein Baumgeschenk zu überreichen.

Diese liebevolle und großzügige Geste hat uns sehr warm angerührt, und wir haben uns gemeinsam für einen Gingko biloba entschieden.

Die Darstellung wurde https://www.medienwerkstatt-online.de/lws_wissen/vorlagen/showcard.php?id=3933&edit=0 entnommen.

Dieser uralte Baumtyp, der auch Goethe faszinierte, wird traditionell in Kult- und Tempelanlagen gepflanzt und von vielen Kulturen als heiliger Baum verehrt.

Seine urtümlichen zweilappigen Blätter symbolisieren das Yin und das Yang, die nur gemeinsam eine harmonische Einheit bilden.
Sie symbolisieren aber auch Liebe, Hoffnung und Freundschaft.

So trägt dieser Weltenbaum auch den Namen „Lebensbaum“.

Wir danken ganz herzlich für dieses wunderschöne Symbol für Liebe und Freundschaft, das den Bürgergarten so sehr bereichert:
Schon eine Woche nach der Pflanzung erfreut der Gingko uns mit seinen kräftigen Blattknospen. Damit möge er ein Symbol dafür sein, daß diejenigen unserer Lieben, die nicht mehr bei uns sind, in uns und unseren liebevollen Gedanken weiterleben.

Willkommener Neuzugang

Nachdem der Winter keiner war, spielt das Wetter auch weiter verrückt und meint, es sei schon April (der ja bekanntlich macht, was er will):

Sonne, Hagelschauer, Wind… – auf jeden Fall Zeit, mal mit dem Frühjahrsputz anzufangen und die Randbepflanzung von übermäßigem Beikraut zu befreien.

Schon toll, wie was da alles zum Vorschein kommt, denn die Natur ist schon startklar für das Frühjahr: Wo es nicht blüht, da knospt es zumindest.
Und auch die ersten Hummelköniginnen fliegen schon tief brummend umher, um sich den besten Ort für ihren diesjährigen Staat auszusuchen.

Auf dem Grundstück gegenüber unseres Bürgergartens wird ebenfalls fleißig gegraben – allerdings mit großem, motorisierten Gerät, denn dort wird der gesamte Vorgarten neu angelegt.

Dabei zutage kamen zwei prächtige Exemplare des Gebänderten Feuersalamanders (Salamandra salamandra terrestris), die sich noch in ihren Winterverstecken befanden.
Gut, daß der Nachbar ebenfalls ökologisch denkt und uns die beiden Lurchis in den Garten gebracht hat.

Nachdem wir uns davon überzeugt hatten, daß sie einen sehr vitalen Eindruck machten und auch nicht von Batrachochytrium salamandrivorans, dem auch als „Salamanderfresser“ bekannten Hautpilz befallen zu sein scheinen, haben wir ihnen gerne einen neuen Kuschelplatz im Kompost zugewiesen. Dort sind sie dicht am Waldrand und noch näher am Bach, den sie ja für ihre Fortpflanzung benötigen.

Das Angebot schien zu gefallen. Jedenfalls sind beide recht rasch und zielstrebig im Kompost verschwunden. Passenderweise markieren zwei knallgelbe Narzissen die Raufe, in der die beiden hoffentlich dauerhaft einziehen. Ob’s Männchen und Weibchen sind, war zu dieser Jahreszeit noch nicht erkennbar – wir hoffen es aber.

Damit ist der „Schutzraum Bürgergarten“ um eine weitere spannende Art bereichert. Der Feuersalamander ist bei uns in Hessen zwar noch nicht gefährdet, aber der eingeschleppte „Salamanderfresser“ sowie vor allem die von uns Menschen betriebene voranschreitende Zerstörung seines Lebensraumes lassen für Lurchis überleben in unserem Bundesland nicht viel Hoffnung. Andernorts in Deutschland ist der Feuersalamander schon ausgestorben oder stark gefährdet. Daher ist S. salamandra auch nach Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt.

Laßt uns alles dafür tun, daß er hier in Hessen noch lange einen angemessenen Lebensraum findet.