Es geht wieder los

Kalendarisch ist es noch Winter.
Aber daß wir dieses Jahr (wieder) so gar keine winterliche Witterung hatten, zeigt sich auch überall an der bereits erwachenden Natur.

 

Wenn es nun mal schon so ist, daß überall schon die ersten Frühblüher ihre grünen Spitzen hervorstrecken, dann bleiben Bürgergärtner*innen auch nicht mehr in der Stube. Denn im Garten gibt es immer etwas zu tun.
Und gemeinsam macht es noch einmal so viel Spaß.

Lassen Sie sich doch einfach von unserer Bildergalerie des „Frühlingserwachens“ inspirieren, kommen Sie uns im Garten besuchen (immer samstags) oder schauen Sie selbst, was Sie auf dem Balkon, im Garten oder einfach in der freien Natur schon wieder alles entdecken können.

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne!

Blick zurück nach vorn

Gerne sind wir der Einladung von GartenRheinMain ins Herz von Frankfurt, an den Fuß der EZB, gefolgt, um heute abend auch den Bürgergarten Idstein als einen modernen Garten im Sinne des aktuellen Jahresthemas vorzustellen:

Zum Thema „Blick zurück nach vorn: Gartenkultur neu gedacht“ und zur Bedeutung und Zukunft der Gartenkultur hatten wir nicht nur das eine oder andere an Anschauungsmaterial dabei (Was kann ein Garten liefern außern Gemüse und Obst zum direkten Verzehr? Wie hängt in der Natur ganz handfest und greifbar alles mit allem zusammen?); wir hatten auch einen Vortrag über 2 Jahre Bürgergarten Idstein im Gepäck. Und durften ihn, quasi auf Augenhöhe, präsentieren mit durch die Städte Frankfurt bzw. Darmstadt finanzierten Großprojekten wie dem Botanischen Garten Frankfurt bwz. dem Nachbarschaftsheim Darmstadt.

Besonders schön: Wir mußten uns hinter den Leistungen dieser Großprojekte nicht verstecken, sondern haben fast alle Ideen, die dort umgesetzt wurden, im kleinen Maßstab auch bei uns bereits nach zwei Jahren umgesetzt. Und so manche Idee, auf die andere offenbar noch nicht gekommen sind, wurde fleißig in Wort und Bild mitgeschrieben und hinterher mit uns diskutiert.

Wir freuen uns über all die vielen neuen Gartenkontakte, die wir so in der Region knüpfen konnten. Und auf den Besuch der Blogger*innen von den Frankfurter Beeten, die – sobald der Bürgergarten wieder in Frühlingsgrün steht – über uns berichten wollen.

Kinder sind unsere Zukunft

November. Die Gartenarbeiten gehen so langsam ihrer Winterpause zu.
Aber Bürgergärtner*innen sind ja noch in ganz anderer Mission unterwegs, denn Umwelt- und Ernährungsbildung ist unser gemeinnütziger Auftrag, aber auch eine Herzensangelegenheit.

Und so freuen wir uns ganz besonders, wenn wir in Schulen eingeladen werden. Das war in der ersten Novemberhälfte sogar gleich zweimal der Fall.
Am 1. November durften wir an der Abschlußveranstaltung der „Woche für Vielfalt und Wertschätzung“ dabei sein. Eine tolle Sache, die die Schülervertretung der Integrierten Gesamtschule im Nachbarort Wallrabenstein auf die Beine gestellt hat. Tolle Veranstaltungen und Angebote, die das Nachdenken darüber anregten, was wir alle – auch wenn wir vielleicht erst 10 Jahre alt sind – dazu beitragen können, damit unsere (Um-)Welt und Gesellschaft ein kleines Stück besser werden kann.

Zum Abschluß gab’s eine Podiumsdiskussion mit Politikern von SPD, Bündnis 90/Grüne und CDU sowie dem jungen Politaktivisten Dominik Lawetzky – und wir müssen sagen: Beeindruckend, was dieser junge Mann weiß und wie ruhig, pointiert und überzeugend er damit das Politeinerlei der Etablierten auszustechen und seiner hohlen Phrasen zu entkleiden weiß.

So haben wir Bürgergärtner*innen den Schüler*innen an unserem vielfältigen Infotisch ein bißchen was dazu mitgeben können, wie in der Natur und Umwelt alles mit allem zusammenhängt.
Und wir selbst haben etwas von Lawetzky mitnehmen dürfen, der uns zeigte, daß man mit Blick auf Klimawandel und Umweltzerstörung nicht ohne Hoffnung bleiben muß, solange es solche engagierten und klugen Köpfe in den nachfolgenden Generationen gibt. Sie sind die echten #ZukunftsgestalterVorOrt.

Schon 10 Tage später stehen wir schon wieder in einer Schule – bzw. in einem Schulgarten, nämlich demjenigen der Max-Kirmsse-Schule in Idstein.
Wenn man das schon als Garten bezeichnen kann, was sich Lehrerin Anna Conrad und ihre Garten-AG da als Aufgabenfeld gesucht haben.

Schüler*innen der MKS haben das eine oder andere Defizit in der „emotionalen und sozialen Entwicklung“, sind psychisch krank oder haben sonstwie einen Anspruch auf Förderung im Bereich der geistigen Entwicklung. Daher denken wir, daß ihre Persönlichkeit auch besonderen Schutzes bedarf, so daß wir hier keine Fotos von unserem Gartentag zeigen, auf dem die Kinder und Jugendlichen zu sehen sind. Statt dessen ein paar Fotos dessen, was wir beim Eintreffen am Morgen unseres gemeinsamen Schulgartentages vorgefunden haben.

Und wir können sagen:
Es war ein toller Tag. Und wir Bürgergärtner*innen haben sehr viel von den jungen Menschen gelernt, die uns an diesem Tag unterstützt haben. Wie Motivation (oder auch das Gegenteil davon) aussieht, das haben sie uns unverstellt gezeigt – und uns mit ihrem Engagement regelrecht begeistert. Wir freuen uns schon auf das Frühjahr, wenn wir den nunmehr von Totholz, Brennesseln und Gras befreiten Platz bepflanzen und den MKS-Schüler*innen vielleicht einen bunten, freundlichen Rückzugsraum schenken konnten.

#ZukunftsgestalterVorOrt

Seit heute dürfen wir uns auch offiziell #ZukunftsgestalterVorOrt nennen, denn heute wurde der entsprechende Preis der Süwag an uns übergeben.

Die Süwag wollte wissen, welche Maßnahmen in ihrem Netzgebiet zum Begriff „Nachhaltigkeit“ umgesetzt werden, sei es durch ökologische oder durch soziale Projekte. Daher lobte sie denWettbewerb #ZukunftsgestalterVorOrt aus.

Dem Aufruf zur Teilnahme sind wir natürlich gefolgt, haben Wettbewerbstext und -foto eingesandt und wurden zunächst von der Süwag als einer der beiden Finalisten erkoren. Bei der finalen Abstimmung bei Facebook wurde dann ganz klar: Wir Bürgergärtner*innen sind die #ZukunftsgestaltervorOrt.

Darüber freuen wir uns sehr und sind auch ein bißchen stolz.

Süwag-Standortleiter Bernd Vergin übergab Ava die extra geschaffene Trophäe, denn schließlich war sie auf dem preisgekrönten Bildbeitrag zu sehen, mit dem wir Bürgergärtner*innen als #ZukunftsgestalterVorOrt überzeugen konnten.

Süwag-Preisgeld ist halbe Miete für Finanzierungsprojekt 2020

Damit auch der gärtnernde Mensch so ökologisch wie möglich in den Stoffkreislauf eingebunden wird, soll der Bürgergarten eine Komposttoilette bekommen.
Am liebsten natürlich in der barrierefreien Variante, auch wenn das eine große Investitionsanstrengung für unseren kleinen gemeinnützigen Verein bedeutet.

Wir werden uns jedoch weiter danach strecken, damit auch unsere Gartengäste bei unseren auch in 2020 wieder zahlreichen und thematisch breit gefächerten Gartenveranstaltungen zur Umwelt- und Ernährungsbildung ein stilles Örtchen im Bürgergarten vorfinden können.

Gutes Projekt, das Sie unterstützen möchten?

Spendenkonto
IBAN: DE07 8306 5408 0004 0571 39
BIC: GENODEF1SLR

Bei Spenden bis einschließlich € 200,00 gilt der Überweisungsbeleg gegenüber dem Finanzamt als Spendenbescheinigung.
Für höhere Beträge stellt die Bürgergartengesellschaft e.V. als gemeinnütziger Verein gerne eine Spendenbescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt aus.

Selber machen statt kaufen

Oft ist es gar nicht so schwer, selbst einen Beitrag zum Naturschutz und zum Erhalt der Artenvielfalt zu leisten. Und etwas ökologisch Sinnvolles zu tun.

Für unsere Singvögel, die im Winter bei uns bleiben (bzw. auch für diejenigen, die in immer größerer Zahl gar nicht mehr ganz bis in den Süden reisen, sondern aus nördlicheren Regionen kommend bei uns überwintern) wird es durch Insektensterben und immer mehr verschotterte und „aufgeräumte“ Gärten voller nicht-heimischer Pflanzen immer schwerer, sich gerade in den kalten Tagen mit ausreichend Energie zu versorgen.

Idsteiner Vögel haben es da besser: Trotz des eher ungemütlichen Wetters gestern hat ein wahrer Ansturm von Kindern den Bürgergarten erobert, um zusammen mit Kai und Julia Fellner von der Zwerkstatt Idstein ein Futterhäuschen zu bauen.

Kai und Julia haben aber auch die tollsten Werkzeuge zum Holzwerkeln für Kinder! Was man da alles ausprobieren durfte – immer gleichbleibend geduldig von Kai und Julia angeleitet, die trotz angeschlagener Gesundheit die Kinder mit ihrer guten Laune und Begeisterung angesteckt haben.

Vollends erfüllt wurde das Bürgergarten-Credo #selbermachenstattkaufen an der zweiten Werkstation, die wir vorbereitet hatten: Hach, was für eine Freude war das, die Sämerein zu einem ober-leckeren Meisenknödel aus rein ökologischem Saatgut zusammenzumatschen.

Sieht toll aus, hat so gut wie nichts gekostet und ist ökologisch total wichtig. Jetzt kann der Winter kommen – um unsere Singvögel ist uns nicht bange, wenn sie das Glück haben, in der Nähe von einem der kleinen Gartengäste unserer Saisonabschlußveranstaltung herumzuflattern. Dort kommen sie bestimmt super über den Winter!