Garten geht immer!

„Wie haben wir es seit Beginn von Corona vermisst, mal wieder eine schöne OpenAir-Veranstaltung besuchen zu können.“

Das war durchgehend der Ton, mit dem die Besucher:innen unserer drei Klappstuhlkonzerte ihrer Freude über mehr als die Veranstaltungen als solche Ausdruck verliehen haben.

Beim Auftakt mit der Formation Open Chords strömten Familien, Paare, Einzelpersonen, WGs mit Picknickdecken, Klappstühlen, Bollerwagen und Picknickkörben beladen bei strahlendem Sonnenschein auf das Gartengelände. Wer dort aufgrund der Abstandsregeln keinen Einlass mehr fand, wich gutgelaunt auf die benachbarte Brache aus.

Auch dorthin trugen die sphärischen Klänge und der keltisch anmutende Gesang von OpenChords, die eine friedlich-freundlich flirrende Wohlfühlatmosphäre schufen. Die langen Wochen der gesellschaftlichen Isolation verflogen für diese Stunden: Es wurde gelacht, entspannt und über die Hochbeete in gebührendem Abstand geredet – und so mancher blieb auch nach dem Konzert noch lange im Garten und genoß die Gespräche und die schöne Sommerabend-Stimmung.

Das rief nach Fortsetzung. Und so übernahm, kaum einen Monat später, das in Idstein bekannte Duo Phantomherz den Staffelstab von OpenChords. Dass die Premiere Lust auf mehr gemacht hatte, sah man schon an den vielen bekannten Gesichter, die es sich auch zum 2. Klappstuhlkonzert wieder, nachgerade selbstverständlich, mit dem gebotenen Abstand im Garten gemütlich machten. Das Repertoire von Phantomherz hatte für jeden etwas im Gepäck – von den Dire Straits bis Silbermond, also generationenübergreifend, wie es ja auch dem Selbstverständnis des Bürgergartens entspricht.

Und da aller guten Dinge drei sind, gab’s dann nochmal einen Paukenschlag – quasi sogar wörtlich – zum Abschluss: Die Idsteiner Taiko-Trommelgruppe „Mizuki“ heizte nicht nur dem „voll besetzten“ Bürgergarten so richtig mit ihren mitreißenden Trommelsentenzen ein, sondern kam dabei selbst gehörig ins Schwitzenb: Die Septembersonne meinte es sehr gut mit den Zuhörer:innen, was die körperliche Arbeit eines Taiko-Auftritts aber nicht erleichtert. Aber die Stimmung war derart beschwingt und positiv, dass sich Mizuki trotz ihres bereits sehr schweisstreibenden Auftritts schliesslich sogar noch zu einer Zugabe bewegen liessen. Respekt und danke! (Wie anstrengend Taikotrommeln ist, konnten einige Interessierte im Anschluss an die Vorführung beim „Trommelschnuppern“ selbst feststellen…)

Wir Bürgergärtner:innen sind froh und stolz, dass unsere Idee, den Bürgergarten für alle Interessierten interkulturell, inklusiv und generationenübergreifend als kleine Oase und Begegnungsstätte zu gestalten, kam offensichtlich sehr gut bei der Bevölkerung an. Egal, ob sie kaum erst oder kaum noch laufen konnte (und selbst für Rollatoren und einen Rollstuhl, für die unser Gelände leider eine Herausforderung ist, haben wir Mittel und (Zufahrts-)Wege finden können).

Danke an alle Musiker:innen und Künstler:innen und vielen Dank auch an alle Gartengäste – wir hoffen, dass Eure und Ihre Erinnerungen an die Sommerveranstaltungen unter besonderen Bedingungen genauso ein Lächeln aufs Gesicht zaubern, wie sie das bei uns tun. Wer will, der kann – auch unter schwierigen Voraussetzungen. Wir denken schon sehr konkret darüber nach, wie wir auch ein „besonderes“ adventliches Event gestalten können, sollte es keinen offiziellen Weihnachtsmarkt geben.

Ein bisschen kann man sich darauf schon ganz vorsichtig vorfreuen!

 

Falls jemand etwas gegen seine Veröffentlichung auf einem Bild hat, bitte Bescheid sagen.

Open Chords

Phantomherz

Mizuki

Mitreißender Erntedank

Erntedank auf japanisch, sozusagen: Wir freuen uns auf die mitreißenden Rhythmen und die tolle Show der Idsteiner Taiko-Trommler:innen.

Klappstuhlkonzert heißt:
Zuhörer:innen bringen ihre eigene Sitzgelegenheit mit – und wer mag, gerne auch (s)ein Lieblingsgetränk.

>> Wir weisen auf die Einhaltung der aktuell geltenden Corona-Bestimmungen hin. <<

September ist der Erntemonat.
Und da wir am Ende eines wunderbaren Gartenjahres nicht bis zum kirchlichen Erntedankfest im Oktober warten wollen, haben wir uns einfach die Gruppe Mizuki eingeladen.
Mizuki, das sind 10 Idsteiner:innen, die sich mit ihrer Begeisterung für die Taiko, die traditionelle japanische „Große Trommel“ zusammengefunden haben.
 
Im Shintoismus wurden mit ihr die Götter und guten Geister angerufen. Nicht nur an des Kaisers Hof hatten die Taikos ihren verehrten Platz im Kabuki-Theater, sondern sie wurden auch von den Bauern geschlagen, um die Acker- und Erntegötter gnädig zu stimmen.
 

Im Gespräch mit den Göttern

Samstag, 12. September 2020
15 – 16 Uhr im
Bürgergarten Idstein

Eine ebenso kraftvolle wie elegante Trommelshow

Bringen Sie Ihre Sitzgelegenheit mit – auch wenn Sie vielleicht gleich wieder von ihr aufspringen, wenn Sie Mizuki hören und sehen!

Wir Bürgergärtner:innen haben dieses Jahr allen Grund, uns bei den Erntegöttern zu bedanken. Und wenn Mizuki trommelt, wird’s in der Saison 2021 vielleicht noch grandioser (und etwas weniger trocken?).
 
Mit Ihnen und Euch zusammen wollen wir zum Saisonausklang die Faszination erleben, die von diesen großen Trommeln ausgeht, die Mizuki uns mitreißend in rhythmisch harmonisierter Formation der Truppe vorführt:
Die Idsteiner Taiko-Trommler:innen zeigen uns einen Ausschnitt aus ihrem Trommelrepertoire, eindrücklich in Szene gesetzt durch die Choreographie der Trommelnden.
 
Ein Genuß für Auge, Ohr und Geist – und vielleicht ja auch für die Acker- und Erntegötter… auf daß sie uns auch weiterhin gnädig sein mögen.
 

Beim Bürgergarten-Klappstuhlkonzert ist der Eintritt kostenfrei – wem’s gefallen hat, der unterstützt die Trommler:innen am Ende mit einer kleinen Spende.

Jubiläums-Kunstwandeln mit Simone Michel

Auch in diesem Jahr setzen wir unsere lose Reihe von Sommergarten-Vernissagen fort, diesmal mit dem

Jubiläumsevent der Idsteiner Grafik- und Schriftkünstlerin Simone Michel
am 02. August 2020

„Garten in 2D – Naturperspektiven“

mit Garten-Werkstattatelier und
Kunsthandwerks-Demonstration und -Verkauf

Mehr Informationen gibt es hier.

Dufte Entspannung

Nach dem großen Erfolg der zwei Schnupperstunden „Duft Qi Gong“ im letzten Herbst, konnten wir Entspannungstrainerin und Heilpraktikerin Kirsten Sander in diesem Jahr für zwei weitere Stunden gewinnen, in denen wieder „geschnuppert“ wird – im Wortsinne wie im übertragenen.

Für die Düfte, die die schnuppernde Nase umwehten, sorgten unsere aktuell so wunderbar üppenden und blühenden Pflanzen. Von der Rambler-Rose, die sich daran macht, das neue Eingangstor zu erklimmen, über die in voller Blüte stehende Kräuterspirale bis zu den zart duftenden Blüten der Gemüsepflanzen zeigt sich der Garten aktuell von seiner attraktivsten Seite.

Für den „Duft“ in „Duft Qi Gong“ sorgte Kirsten, die in ihrer bewährten Mischung aus Ruhe und Freundlichkeit, entspanntem Wesen und leisem Humor die Damen und Herren durch ihre erste Erfahrung mit dieser uralten fernöstlichen Entspannungskunst leitete. Wir Bürgergärtner:innen waren begeistert davon, wie begeistert alle waren. Auch die Damen, deren Bewegungseinschränkungen der Teilnahme – und der Freude daran – keinen Abbruch taten, fanden sich vollumfänglich integriert.

Welche Entspannungskunst, welche gemeinschaftliche Gesundheitsübung in der Natur kann das sonst bieten?

Wer’s verpaßt haben sollte, kommt nicht zu kurz: Kirsten bietet einen weiteren Schnupperkurs im duftenden Bürgergarten an.

Zweite Möglichkeit, zu schnuppern

Einfach vorbei kommen und – kostenfrei – mitmachen.

Pflanzenbörse 2020 Teil 3

Pflanzenbörse 2020

Unsere Tomaten-Auswahl

Zum Abschluß unserer kleinen Serie, stellen wir unsere Auswahl an verschiedenen Tomatenpflanzen, für unsere Pflanzenbörse am 16. Mai 2020,  vor.

Unser Saatgut stammt ausnahmslos aus unserem eigenen Bestand (überwiegend alte Sorten), d.h. es ist samenfest und von uns selbst nach ökologischen Masstäben hergestellt worden. Samenfeste Sorten werden über Jahre auf bestimmte Eigenschaften durch Kreuzung und Selektion gezüchtet. Diese Eigenschaften können Farbe, Geschmack, Form, Resistenzen, etc. sein. Vermehrt man diese Sorten über ihr Saatgut, erhält man in den nächsten Generationen Pflanzen mit denselben Eigenschaften – dies nennt man samenfest, sortenrein und nachbaufähig. Bevor die moderne Pflanzenzüchtung an Bedeutung gewann, war dies der Weg, um Sorten zu züchten und weiter zu entwickeln.

Samenfeste Tomaten bringen weitere Vorteile mit sich:

  • regionales Saatgut ist widerstandsfähig gegen ungünstige Bedingungen
  • vielfältige genetische Basis ermöglicht größere Resistenz gegen Krankheiten
  • bessere Anpassungsfähigkeit an klimatische Veränderungen
  • alte Tomatensorten schmecken reichhaltiger als Hybrid-Züchtungen aus dem Supermarkt

Wir bieten unterschiedliche Tomaten an. Wildtomaten sind sehr ursprüngliche Tomaten mit etwa kirschgroßen, roten oder gelben Früchten. Die besten Sorten haben spezielle Stärken: Ihre Robustheit, den üppigen Fruchtbehang und die kreative Anbauweise als Blickfang. Für den üblichen Anbau am Stab eignen Wildtomaten sich nicht. Wildtomaten zeichnen sich vor allem durch einen sehr üppigen Fruchtbehang aus: Eine Pflanze verzweigt sich ständig neu und bildet einige hundert Früchte aus. Da die Pflanzen zudem sehr rasch und meist buschig wachsen (Wildtomaten werden nicht ausgegeizt!) und die Gemüsepflanzen daher reichlich Platz – etwa zwei Quadratmeter Fläche pro Pflanze – benötigen, eignen sich Wildtomaten nicht für den klassischen eintriebigen Stabanbau.

Stabtomaten wachsen während der gesamten Vegetationszeit und werden sehr hoch. Deshalb benötigen sie eine Stütze in Form von Schnüren oder Stäben. Bei diesen Tomaten ist es üblich, die Seitentriebe regelmäßig, am besten wöchentlich, zu entfernen beziehungsweise „auszugeizen“, weil die Früchte am Hauptrieb sonst nicht genug Nährstoffe bekommen. Außerdem ist das Entspitzen sinnvoll – je nach Klima bei Freilandtomaten in der zweiten Augusthälfte. Damit wird verhindert, dass die Pflanzen weiter in die Höhe wachsen und neue Früchte bilden, die wegen der schwächer werdenden Sonneneinstrahlung nicht mehr ausreifen können.

Standort:

Tomaten gedeihen auf gut gelockerten und humusreichen sowie nährstoffreichen Böden. Drei bis fünf Liter Kompost pro Quadratmeter – nach der Bodenvorbereitung ausgestreut – sichern die Grundversorgung mit Nährstoffen und verbessern den Humusgehalt des Bodens. Auf schwere Böden, in denen sich leicht Staunässe bilden kann, reagieren die Gewächse empfindlich. Als Standort bietet sich ein sonniger, warmer und windgeschützter Platz an.

Es gibt verschiedene Anbau-Varianten: Tomaten gedeihen in Kübeln und Töpfen, im Gewächshaus und im Freiland. Die Töpfe und Kübel sollten ein Fassungsvermögen von mindestens zehn Litern haben. Achten Sie darauf, dass das Wasser gut abfließen kann. Besonders empfohlen wir den Anbau unter einem zu den Seiten hin offenen Tomatenhaus, wo selbst im Hochsommer die Temperaturen nie über 35 Grad Celsius steigen. Dort können die Pflanzen an Schnüren oder Stäben hochgeleitet werden.

Wir verwenden „NeudoHum Tomaten- und GemüseErde„, weil wir damit gute Erfahrungen gesammelt haben (nein, wir bekommen keinerlei finanzielle Unterstützung für unsere Empfehlung).

Ernte:

Wir werden häufiger gefragt, ob grüne Tomaten essbar oder giftig sind. Tatsächlich enthalten sie das giftige Alkaloid Solanin, das sich mit zunehmender Reife zurückbildet. Geerntet werden sie erst, wenn sie ihre sortentypische Farbe voll ausgebildet haben. Dann verfügen Tomaten neben Vitamin B und C auch über viele gesunde Mineralstoffe.

Im Freiland sind die ersten Tomaten Ende Juli erntereif. Voll ausgereift sind sie am aromatischsten. Vor der ersten Frostnacht schneidet man die restlichen, noch grünen Früchte ab und lässt die Tomaten nachreifen, indem man sie im Haus aufbewahrt. Wenn Sie einen Apfel dazulegen, reifen die Tomaten schneller, weil Obst das reifebeschleunigende Ethylengas abgibt.

Beim Lagern von Tomaten gilt: Auf keinen Fall im Kühlschrank!

Pflege:

Gießen Sie die Tomaten gleich nach der Pflanzung kräftig an. In den folgenden 2-3 Tagen sollten die jungen Pflänzchen kein Wasser erhalten, damit das Wurzelwachstum erneut angeregt wird. Damit die Tomaten-Pflänzchen einen besseren Stand haben, pflanzt man sie bis zum untersten Blattansatz ein, sodass der Wurzelansatz fünf bis zehn Zentimeter mit Erde bedeckt ist. Dadurch bilden die Pflanzen am unteren Stängelteil zusätzliche Feinwurzeln und können mehr Nährstoffe aufnehmen.

Wenn die Wurzeln gut angewachsen sind, können Sie die Tomatenpflanzen sparsamer wässern. Da die Pflanzen ein verzweigtes Wurzelsystem ausbilden, und sich auch gut mit Wasser versorgen können, sollten Sie dann gießen, wenn die Pflanzen morgens die Blätter hängen lassen. Beim Wässern gilt allgemein: Nie abwarten, bis der Boden völlig ausgetrocknet ist. Nicht nur die Früchte dünnschaliger Sorten platzen sonst leicht auf. Gießen Sie vor allem die überdachten Tomaten regelmäßig, in heißen Perioden täglich. Solange die Erde noch kühl ist, sollte man temperiertes Wasser verwenden.

Neben dem Aufbinden hat sich vor allem das Ausgeizen, also das Entfernen der Triebe in den Blattachseln, bewährt. Mit dieser wichtigen Pflegemaßnahme während der Kulturdauer bringen die meisten Tomatensorten den höchsten Ertrag. Die aus den Blattachseln ständig neu herauswachsenden Geiztriebe müssen vom Jungpflanzenstadium bis zur Ernte laufend ausgebrochen werden, sobald man sie entdeckt. Lässt man sie wachsen, produzieren die Pflanzen viel Blattmasse, aber kaum Früchte. Sie sollten die Triebe nur bei trockenem Wetter und am besten am Morgen mit der Hand ausgeizen.

Um Pilzkrankheiten wie die Kraut- und Braunfäule zu verhindern, gilt es, die Tomatenpflanzen ausschließlich im Bodenbereich zu wässern und das Benetzen der Blätter zu vermeiden. Bringen Sie es mit der Gießkanne oder Brause direkt im Wurzelbereich aus. Da sich das Benetzen der unteren Blätter kaum vermeiden lässt, sollten Sie diese vorsorglich entfernen, sobald die Pflanzen kräftig genug sind. Wenn Sie die Tomaten mit Stroh oder Grasschnitt bedecken, kühlen die Pflanzen nicht so schnell aus und der Boden bleibt locker. Bringen Sie den Mulch aber erst aus, wenn der Boden ausreichend erwärmt ist.

Tomaten brauchen viele Nährstoffe. Düngen Sie Ihre Tomaten ab Beginn der Blütenbildung alle 14 Tage mit einem kaliumreichen Tomatendünger (z. B. Green24 Tomatendünger XL) oder geben Sie etwas selbst hergestellte Brennnessel- oder Beinwelljauche ins Gießwasser.

Stabtomate Dorenia

Mittelfrühe, sehr wüchsige Stabtomate mit rundovalen, schnittfesten Früchten. Sehr gesunde Pflanzen mit besonderer Robustheit gegen Braunfäule (Phytophthora). Gute Erträge. Ausgewogener, fruchtiger Geschmack. Sehr gute Salattomate.

Saatgut-Hersteller:
Bürgergartengesellschaft e. V., Idstein

Stabtomate Tigerella

Tigerella heißt diese schön gezeichnete Tomate. Sie kam um 1970 auf den Markt. Die locker belaubten Pflanzen haben normal blättriges Laub und werden um die 2 Meter hoch. Die ‚Tigerella‘ ist eine frühe Sorte und benötigt rund 50 bis 60 Tage nach der Befruchtung um reif zu werden. An den verzweigten Rispen wachsen jeweils bis zu 15 Tomaten. Diese werden 4 bis 5 cm groß.

Die runden Früchte haben 2 bis 3 Fruchtkammern, saftiges weiches Fruchtfleisch und sind von einer nicht ganz platzfesten Haut umschlossen. Der Geschmack ist würzig, mild und leicht säuerlich.

Saatgut-Hersteller:
Bürgergartengesellschaft e. V., Idstein

Cherrytomate Goldiana

Die Goldiana ist eine orangefarbige, flachrunde Cherrytomate. Vitale Pflanze mit lichtem, geordnetem Aufbau, dadurch leichte Pflegbarkeit. Gutes Blatt/Fruchtverhältnis, früh-mittelfrüh, Früchte leicht zu beernten. Guter Ertrag, gute Platzfestigkeit, mittlere Lagerfähigkeit. Geschmack mit angenehmer Säure und guter Konsistenz.

Saatgut-Hersteller:
Bürgergartengesellschaft e. V., Idstein

Wildtomate Rote Murmel

Die Rote Murmel zählt zu den kleinsten Tomatensorten und ist sehr robust. Die Pflanzen bilden viele Rispen mit winzigen Früchten. Ein sonniger luftiger Standort ist der einzige Anspruch, den diese genügsame Sorte hat. Bei genügend Platz kann man diese Sorte weitgehend sich selbst überlassen.

Die Pflanzen haben normal- blättriges Laub und werden um die 150 cm hoch. Die Rote Murmel ist eine frühe Sorte, die Ernte beginnt etwa 55 Tage nach der Befruchtung. Pro Rispe wachsen 8 bis 10 Früchte, die bis zu 1,5 cm groß werden.

Die saftigen Minitomaten haben eine weiche, nicht ganz platzfeste Haut, der Geschmack ist fruchtig und süß.

Saatgut-Hersteller:
Bürgergartengesellschaft e. V., Idstein

Wildtomate Johannisbeertomate

Die Johannisbeertomate zählt zu den kleinsten Tomatensorten. Ihr Name zielt auf die Größe der Früchte, die tatsächlich nicht viel größer als Johannisbeeren werden. Sie ist wie die meisten Wildtomaten äußerst robust.

Die normalblättrigen Pflanzen sind dicht belaubt, werden über einen Meter hoch und ebenso breit. Sie bilden massenhaft Blütenstände und produzieren hunderte, wenn nicht sogar tausende Früchte. Die Johannisbeertomate ist eine früh reifende Sorte, sie benötigt nach der Blüte nur etwa 55 Tage, um reif zu werden. An den vielfach verzweigten Rispen sind 30 und mehr Früchte keine Seltenheit.

Die Minitomaten werden nur 1,5 bis 2 cm groß, sind rund bis oval geformt und werden von einer dünnen aber platzfesten Haut umschlossen. Der Geschmack ist aromatisch, fruchtig und süß.

Saatgut-Hersteller:
Bürgergartengesellschaft e. V., Idstein

Fleischtomate Ochsenherz

Cuore di bue wird die Ochsenherztomate in ihrer Heimat Italien genannt, Coeur de boeuf im benachbarten Frankreich und Bull’s heart in England. Auch die deutsche Bezeichnung dieser sehr alten Sorte, ‘Ochsenherz’, verdeutlicht die charakteristische Form ihrer Früchte. Traditionell finden die bis zu 500 Gramm schweren und sehr aromatischen Fleischtomaten in der berühmten Insalata di caprese mit Mozzarella und Basilikum sowie in Suppen und Saucen Verwendung. Die Tomate ‘Ochsenherz’ ist hoch aromatisch, mit einem hohen Zuckergehalt und feiner Säure im ausgereiften Zustand. Fruchtfleisch und Schale sind sehr fest, allerdings auch druckempfindlich. Reife Ochsenherztomaten sollten zudem so schnell wie möglich verarbeitet werden, da sie nur sehr kurze Zeit lagerfähig sind. Nach wenigen Tagen wird die Schale weich und das Fruchtfleisch matschig.

Saatgut-Hersteller:
Bürgergartengesellschaft e. V., Idstein

Historische Salattomate Pêche Vilmorin-Andrieux

Bei der sehr seltenen Pfirsichtomate Pêche handelt es sich um eine historische französische Salattomate aus dem späten 19. Jahrhundert. Pêche ist eine normalblättrige Stabtomate. Die Sorte ist pflegeleicht. Die Wuchshöhe beträgt bis zu zwei Meter. Die Pflanzen wachsen kräftig, wuchern aber nicht, sodass die Tomaten mehrtriebig gezogen werden können. Die blühfreudigen und ertragreichen Pflanzen produzieren runde, leicht kantige Früchte, die aufgrund ihrer matten, hellroten Farbe an Pfirsiche erinnern. Die Reifezeit beträgt etwa 75 Tage.

Saatgut-Hersteller:
Bürgergartengesellschaft e. V., Idstein

Pflanzenbörse 2020 Teil 2

Pflanzenbörse 2020

Unsere Paprika- und Chili-Auswahl

Heute stellen wir unsere Auswahl an verschiedenen Paprika- und Chlipflanzen, für unsere Pflanzenbörse am 16. Mai 2020,  vor.

Unser Saatgut stammt von Bingenheimer Saatgut AG. Die Ziele und Leitgedanken, die das tägliche Handeln in der Bingenheimer Saatgut AG lenken, basieren auf einer einfachen Grundidee: die langfristige Ermöglichung eines eigenständigen Ökolandbaus durch Erhaltung und Entwicklung samenfester Gemüsesorten sowie die ökologische Vermehrung dieser Sorten, um das Saatgut allen Interessierten zur Verfügung zu stellen.

Die aktuelle Debatte um Patente auf Pflanzen und Tiere verdeutlicht den Bedeutungswandel von Kulturpflanzen: In der Vergangenheit noch als wichtiges Kulturgut angesehen, werden Sorten heute oftmals als reines Wirtschaftsgut behandelt. Saatgut ist jedoch deutlich mehr als nur ein Betriebsmittel wie Diesel, Kisten, Vlies etc. Es bildet den lebendigen Ausgangspunkt jeder Ernährungsweise. Nach unserer Überzeugung darf es keinen privatwirtschaftlichen Besitz an Sorten und auch nicht an DNA-Sequenzen geben. Zur Vertretung dieser Überzeugung wurde 1994 aus der Mitte des Initiativkreises der gemeinnützige Verein Kultursaat gegründet. Der Verein übernimmt die biologisch-dynamische Sortenentwicklung, Sortenerhaltung, Züchtungsforschung, Methodenentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit und Züchtungsfinanzierung.

Paprika und Chili, haben beide sehr ähnliche Ansprüche in Anzucht und Pflege, so dass unsere Hinweise für beide gelten.

 

Standort:

Im Freiland haben es die Paprikas gerne sonnig und warm. Achten Sie aber darauf, dass die Pflanzen genügend Wasser bekommen. Pflanzen Sie die Jungpflanzen auf der Terrasse oder dem Balkon in möglichst große Blumenkübel (20 l Topf). Verwenden Sie als Substrat handelsübliche Gemüseerde und stellen Sie die Töpfe am besten unter einen Dachüberstand auf, damit die Paprika vor Regen geschützt sind.

Fast alle Chili-Arten und Sorten benötigen deutlich mehr Wärme als Tomaten und gedeihen am besten an einem windgeschützten Platz an einer warmen Hauswand. Dafür benötigen Sie Kübel, die mindestens 20 Liter Erde fassen.

Wir verwenden „NeudoHum Tomaten- und GemüseErde„, weil wir damit gute Erfahrungen gesammelt haben (nein, wir bekommen keinerlei finanzielle Unterstützung für unsere Empfehlung).

Ernte:

Bei der Topfkultur beginnt die Ernte in der Regel im August. Die Erntezeit endet je nach Witterung im Oktober oder Anfang November, weil die Früchte bei Temperaturen unter 17 Grad Celsius kaum noch wachsen. Tipp: Schneiden Sie die reifen Paprika am besten mit einem scharfen Messer oder einer Schere ab, um die Triebe und die übrigen Früchte nicht zu beschädigen.

Pflege:

Versehen Sie die Setzlinge schon beim Pflanzen mit einem Bambusstab als Stütze und mit lockerem Bindfaden oder ähnlichem daran befestigen. So stellen Sie sicher, dass die Pflanzen auch bei Wind nicht umknicken. Versorgen Sie Ihre Paprika alle 14 Tage mit einer geringen Menge Flüssigdünger im Gießwasser oder düngen Sie zwischen Mitte Juni und Ende August zwei bis drei Mal mit einem organischen Gemüsedünger nach. Brennnesseljauche eignet sich als Dünger ebenfalls sehr gut (Informationen dazu, erhalten Sie bei uns im Bürgergarten). Der Wasserbedarf von Paprika ist sehr hoch, daher sollten Sie auf der Terrasse oder Balkon im Sommer täglich gießen.

Die häufigste Ursache, wenn Paprika viele Blüten, aber kaum Früchte ansetzen, ist eine mangelhafte Befruchtung. Die Pflanzen sind sogenannte Windbestäuber. Bei hoher Luftfeuchtigkeit (über 80 bis 85 Prozent) verklebt der Pollen und löst sich nicht mehr von den Staubfäden. Dann nützt auch das empfohlene Schütteln nichts, sondern man muss mit dem Pinsel nachhelfen und den Blütenstaub von Hand übertragen. Sinkt die Luftfeuchtigkeit unter 60 Prozent und steigen gleichzeitig die Temperaturen über 25 Grad Celsius, werden die Fruchtansätze ebenfalls abgestoßen. In diesem Fall den Boden morgens kräftig durchfeuchten.

Gießen Sie die Chili vor allem vor und während des Fruchtansatzes ausreichend und gleichmäßig. Nach dem Fruchtansatz können Sie durch zurückhaltendes Gießen bei scharfen Sorten den Capsaicin-Gehalt steigern – die Pflanzen dürfen ihre Blätter also ruhig mal etwas hängen lassen. Chilis werden in Maßen gedüngt: Sobald die Pflanzen Früchte ansetzen, kann in einem wöchentlichen bis 14-tägigen Turnus mit Brennnesseljauche gedüngt werden.

Paprika Langer Süßer

Bis 10 cm lange, erst grüne, bei Reife leuchtend rote, aromatische, süß-fruchtig schmeckende, spitz zulaufende Früchte.

Saatgut-Hersteller:
Reinhard Lühring (RL), Naturland, Kontrollstelle DE-ÖKO-037
Der Betrieb liegt auf einem Geestrücken im südlichen Ostfriesland, 2 m über NN.

Paprika Fritz

Niedrige und kompakt wachsende Minipaprika. Spät reifend mit hohem Ertragspotential. Robust und wüchsig, sehr standfest. 10-12 cm lange, leicht konische, dickwandige Früchte, die von grün auf karmesinrot abreifen.

Saatgut-Hersteller:
Erdmuthe Weißer, Hofgut Rengoldshausen
Das Hofgut Rengoldshausen befindet sich am Bodensee vor den Toren der Kreisstadt Überlingen. Der Demeter-Betrieb wird seit 1932 biologisch-dynamisch bewirtschaftet.

Paprika Petit Marseillais

Mit einem ganz leichten Hauch von Schärfe eignen sich die leuchtend orangen, relativ dünnwandigen, eigenartig gewellten, knackig-leckeren aus der Provence stammenden Früchte besonders zu Salat und Gemüsepfannen.

Saatgut-Hersteller:
Quirin Wember (QW), Bioland, Kontrollstelle DE-ÖKO-006
Zwischen Kaufunger Wald und Werratal auf 200 m über NN.

 

Paprika Sweet Chocolate

Längliche bis blockige, dickfleischige Früchte, die im Freiland früh von sehr dunklem Grün nach Schokoladenbraun mit ziegelrotem Fleisch abreifen. Schon grün geerntete Früchte sind aromatisch.

Saatgut-Hersteller:
Jens Molter & Margret Giesmann (JM), Verbund Ökohöfe, Kontrollstelle DE-ÖKO-037
Der Hof liegt in Schönhagen am Rande des thüringischen Eichsfeldes in rauer Lage auf 340 m über NN.

 

Paprika Radja

Eine robuste, niedrig wachsende Sorte mit guter Standfestigkeit. Die leuchtend gelben Früchte werden 7-8 cm lang. Guter Fruchtbehang mit leicht zu erntenden, früh reifenden Früchten. Dank des hohen Ertrags ist eine regelmäßige Ernte möglich. Sehr guter Geschmack.

Saatgut-Hersteller:
De Bolster, Epe/Niederlande

Paprika Lady Lou

Von hellgrün auf orange, früh-reifende Spitzpaprika mit geringem Samenansatz. Dünnwandige, ca. 18-22 cm lange Früchte. Kräftig und hochwachsend. Langes Erntefenster. Für den Anbau unter Glas und Folie. Süß und aromatisch im Geschmack.

Saatgut-Hersteller:
Erdmuthe Weißer, Hofgut Rengoldshausen
Das Hofgut Rengoldshausen befindet sich am Bodensee vor den Toren der Kreisstadt Überlingen. Der Demeter-Betrieb wird seit 1932 biologisch-dynamisch bewirtschaftet.

Paprika Yellow Californian Wonder

Mittelhohe Blockpaprika mit gelborange reifenden, leicht herzförmigen Früchten. Das Fruchtgewicht beträgt ca. 185 g. Dickwandige Früchte, die sich zum Ernten gut brechen lassen.

Saatgut-Hersteller:
Gärtnerei Apfeltraum, Müncheberg OT Eggersdorf – Demeter-Gärtnerei seit 2002

Paprika Corno Giallo

Ertragreicher, frühreifender Bullhorn-Typ mit dickwandigen, schweren, gelbreifenden Früchten. Fruchtlänge: ca. 17-20 cm. Hochwachsend. Wohlschmeckend.

Saatgut-Hersteller:
Demeterhof Funk, Oberndorf am Lech – Demeter-Hof seit 1992

Chili De Cayenne

Scharfe Chili mit 10-12 cm langen, schlanken grünen Früchten. Rot abreifend. Relativ hochwachsend.. Schärfegrad: 6 (mittlere bis stärkere Schärfe für alle, die es scharf mögen, aber nicht zu scharf)

Saatgut-Hersteller:
Gärtnerei Querbeet, Sativa Rheinau – seit 1992 Demeter-Betrieb

Chili Sarit Gat

Ertragreiche, gesunde und wüchsige Chili mit attraktiven, 6-8 cm langen, schlanken Früchten. Mittelfrüh, gelb abreifend. Mittlere Fleischdicke. Schärfegrad: 6 (mittlere bis stärkere Schärfe für alle, die es scharf mögen, aber nicht zu scharf)

Saatgut-Hersteller:
Reinsaat KG, St. Leonhard/Österreich – Demeter-Betrieb seit 1998

Chili Habanero

Sehr scharfer, fruchtig-aromatischer Habanero. Die laternenförmigen Früchte reifen von grüngelb auf orange ab. Besonders für feurige Soßen, am besten frisch, beim Trocknen verlieren sie an Aroma. Reifezeit: ca. 100 Tage. Schärfegrad: 10. Diese Schärfe, ist nichts mehr für Schärfe-Ungeübte. Nur mit Handschuhen verarbeiten, „Löschmittel“ bereithalten. Kinder fernhalten!

Saatgut-Hersteller:
Reinsaat KG, St. Leonhard/Österreich – Demeter-Betrieb seit 1998