Zum Abschluß unserer kleinen Serie, stellen wir unsere Auswahl an verschiedenen Tomatenpflanzen, für unsere Pflanzenbörse am 16. Mai 2020, vor.
Unser Saatgut stammt ausnahmslos aus unserem eigenen Bestand (überwiegend alte Sorten), d.h. es ist samenfest und von uns selbst nach ökologischen Masstäben hergestellt worden. Samenfeste Sorten werden über Jahre auf bestimmte Eigenschaften durch Kreuzung und Selektion gezüchtet. Diese Eigenschaften können Farbe, Geschmack, Form, Resistenzen, etc. sein. Vermehrt man diese Sorten über ihr Saatgut, erhält man in den nächsten Generationen Pflanzen mit denselben Eigenschaften – dies nennt man samenfest, sortenrein und nachbaufähig. Bevor die moderne Pflanzenzüchtung an Bedeutung gewann, war dies der Weg, um Sorten zu züchten und weiter zu entwickeln.
Samenfeste Tomaten bringen weitere Vorteile mit sich:
- regionales Saatgut ist widerstandsfähig gegen ungünstige Bedingungen
- vielfältige genetische Basis ermöglicht größere Resistenz gegen Krankheiten
- bessere Anpassungsfähigkeit an klimatische Veränderungen
- alte Tomatensorten schmecken reichhaltiger als Hybrid-Züchtungen aus dem Supermarkt
Wir bieten unterschiedliche Tomaten an. Wildtomaten sind sehr ursprüngliche Tomaten mit etwa kirschgroßen, roten oder gelben Früchten. Die besten Sorten haben spezielle Stärken: Ihre Robustheit, den üppigen Fruchtbehang und die kreative Anbauweise als Blickfang. Für den üblichen Anbau am Stab eignen Wildtomaten sich nicht. Wildtomaten zeichnen sich vor allem durch einen sehr üppigen Fruchtbehang aus: Eine Pflanze verzweigt sich ständig neu und bildet einige hundert Früchte aus. Da die Pflanzen zudem sehr rasch und meist buschig wachsen (Wildtomaten werden nicht ausgegeizt!) und die Gemüsepflanzen daher reichlich Platz – etwa zwei Quadratmeter Fläche pro Pflanze – benötigen, eignen sich Wildtomaten nicht für den klassischen eintriebigen Stabanbau.
Stabtomaten wachsen während der gesamten Vegetationszeit und werden sehr hoch. Deshalb benötigen sie eine Stütze in Form von Schnüren oder Stäben. Bei diesen Tomaten ist es üblich, die Seitentriebe regelmäßig, am besten wöchentlich, zu entfernen beziehungsweise „auszugeizen“, weil die Früchte am Hauptrieb sonst nicht genug Nährstoffe bekommen. Außerdem ist das Entspitzen sinnvoll – je nach Klima bei Freilandtomaten in der zweiten Augusthälfte. Damit wird verhindert, dass die Pflanzen weiter in die Höhe wachsen und neue Früchte bilden, die wegen der schwächer werdenden Sonneneinstrahlung nicht mehr ausreifen können.